Iphiclides podalirius (Segelfalter) (Scopoli, 1763)

 

Verbreitung in Deutschland: Iphiclides podalirius ist in Deutschland bis nach Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Nordrhein-Westfaleln nachgewiesen. In allen Bundsländern ist die Art jedoch vom Aussterben bedroht oder zumindest stark gefährdet.

Verbreitung in Baden-Württemberg: Auch der Segelfalter kann in Baden-Württemberg auf eine lang anhaltende Rückgangshistorie zurück blicken. War die Art früher in weiten Bereichen der Oberrheinebene, im Südschwarzwald, auf der Schwäbischen Alb mitsamt Hegau-Alb, im Albvorland, im Heckengäu, im Kraichgau, an den Talhängen von Kocher und Jagst sowie im Tauberland verbreitet, tritt I. podalirius aktuell kaum mehr in Erscheinung. Wenige Metapopulationen sind im Tauberland verblieben, daneben existieren sporadische Einzelfunde aus der Oberrheinebene. In allen anderen Naturräumen muss der Segelfalter aktuell als ausgestorben betrachtet werden.

Habitatansprüche: Die wärmebedürftige Art benötigt unbedingt süd-exponierte, lückige und felsige Hangbereiche mit Vorkommen der bevorzugten Wirtspflanzen, der Schlehe (Prunus spinosa). Im Tauberland ist die Art jedoch bevorzugt an Felsenkirsche (Prunus mahaleb). Als Wirtspflanzen werden meist nur krüppelige, an extrem trocken-heißen Standorten wachsende Pflanzen akzeptiert. Daneben hat I. podalirius einen enormen Flächenanspruch, besiedelte Habitate sind meist mehrere Hektar groß und sehr abwechslungsreich. Neben den erwähnten Larvalhabitaten spielen großflächige Halbtrockenrasen, Fels- und Bergkuppen als Hilltopping-Plätze sowie strukturreiche Waldränder eine wichtige Rolle. Neben P. spinosa und P. mahaleb nutzt der Segelfalter auch noch andere Pflanzen aus der Familie der Rosaceae als Wirtspflanzen, so Weißdorn-Arten (Crataegus ssp.) und weitere Obstbäume (Prunus persica, P. domestica,  P. insititia).

Gefährdung/Schutz: RL BW: Stark gefährdet. I. podalirius ist in Baden-Württemberg stark gefährdet, weil großräumige Lebensraumkomplexe mit ausreichendem Angebot an besonnt stehenden Wirtspflanzen immer seltener werden. Gründe hierfür sind vor allem die Aufgabe der Nutzung dieser Grenzertragsstandorte, aber auch die Zersiedelung der Landschaft und die Isolierung geeigneter Habitate.

Eignung als Indikatorart: I. podalirius ist ein guter Indikator für lückige, felsige und an Schlehen reiche Magerrasen.

 

 

Iphiclides podalirius bei der Eiablage an Felsenkirsche im Tauberland (Marbach), Mai 2011.

 

 

Weiterer Segelfalter aus dem Tauberland (Königheim), Mai 2011.

 

 

I. podalirius an Blüten im Straßenbankett saugend in Südfrankreich (La Madrague), August 2010.

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Eier des Segelfalters auf Felsenkirsche im Tauberland (Marbach), Mai 2011.

 

 

Südexponierter, lückiger Steilhang im Tauberland (Marbach), Flug- und Eiablagehabitat von I. podalirius.

 

 

Von I. podalirius reichlich mit Eiern belegter Busch am xerothermen Steilhang im Tauberland (Marbach).

 

 

Schematische Verbreitung von I. podalirius in Baden-Württemberg:

Dunkelblauer Bereich: Belegte Vorkommen

Grauer Bereich: Historisches Verbreitungsgebiet

Schwarze Punkte: Eigene Nachweise

 

Papilio machaon, Parnassius apollo, Parnassius mnemosyne

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