Parnassius apollo (Apollofalter) (Linnaeus, 1758)
Verbreitung in Deutschland: Heute ist Parnassius apollo in Deutschland auf die Mittelgebirgsbereiche von Rheinland-Pfalz (Moseltal), Baden-Württemberg und Bayern sowie auf den bayerischen Alpenraum beschränkt. Früher kam die Art auch in den Mittelgebirgslagen Thüringens vor.
Verbreitung in Baden-Württemberg: Von keiner zweiten Art ist die Rückgangsgeschichte in Baden-Württemberg so gut dokumentiert wie von P. apollo. Vor Beginn des 20. Jahrhunderts war der Apollofalter über weite Bereiche der Schwäbischen Alb bis in den Südschwarzwald hinein verbreitet. Sogar recht isolierte, jedoch geeignete Standorte wie der Spitzberg bei Tübingen oder der Hohentwiel bei Singen waren besiedelt. Bis in die 1980er-Jahre verschwanden mehr und mehr Populationen, sodass 1983 nur noch zwei isolierte Populationen bekannt waren. Die Population im Höllental im Südschwarzwald starb in dieser Zeit aufgrund von Überwachsung der Larvalhabitate ebenfalls aus. Bis heute konnte sich also nur noch eine Population bei Blaubeuren halten. Dank noch gerade rechtzeitig eingeleiteter Pflegemaßnahmen nahmen die Bestände an diesem letzten Flugplatz bis heute wieder etwas zu und es konnte die Neubesiedelung eines zweiten Habitats beobachtet werden. Trotzdem ist die Zukunft von P. apollo immernoch ungewiss. Derart isolierte Populationen können leicht durch einmalige Naturereignisse (z.B. kühl-feuchte Frühjahre und Sommer) oder durch einmalige falsch angewandte Pflege wie auch durch unterlassene Offenhaltung der Larvalhabitate erlöschen.
Habitatansprüche: P. apollo benötigt südexponierte, felsige, kurzrasige und lückige Hangbereiche mit Vorkommen der einzigen Wirtspflanze Weiße Fetthenne (Sedum album). Dies sind häufig anthropogen gestaltete Habitate wie Bahn- oder Straßenböschungen (Schwarzwald, Schwäbische Alb), Weinbergsmauern (Moseltal) oder Abraumhalden in Steinbrüchen (Bayern). Ursprünglich wurden vor allem vegetationsarme, felsige Hänge, Abbruchkanten oder Geröllhalden besiedelt. Diese Habitate sind heute häufig zu sehr von diversem Sukzessionsgehölz überwachsen, sodass die Larvalhabitate beschattet werden und S. album schließlich verschwindet.
Gefährdung/Schutz: RL BW: Vom Aussterben bedroht. Die größte Gefahr für P. apollo besteht in Baden-Württemberg durch das Überwachsen der Larvalhabitate in Form von Moospolstern und aufkommendem Gehölz. Deshalb müssen felsige und lückige Habitate entweder durch Oberbodenabtrag oder durch intensive Schaf- und Ziegenbeweidung (Wanderschäferei) erhalten und gefördert werden. In nächster Umgebung zum letzten aktuellen Flugplatz sollten kontinuierlich derartige Habitate geschaffen werden, um der Art die Möglichkeit zu geben sich wieder auszubreiten und Metapopulationsstrukturen aufzubauen.
Eignung als Indikatorart: P. apollo ist ein sehr guter Indikator für lückige und felsige Halb- und Volltrockenrasen und vegetationsarme Pionierfluren.
Recht frischer Paranssius apollo am letzten baden-württembergischen Standort auf der Schwäbischen Alb (Blaubeuren), Juli 2010.
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Flügelunterseite von P. apollo auf der Schwäbischen Alb (Blaubeuren), Juli 2010.

Habitat von P. apollo in Schweden (Hallstavik), felsige Küstenbereiche.

Larvalhabitat von P. apollo in Schweden (Hallstavik), Sedum-Bestände in den Felsen an der Meeresküste.

Schematische Verbreitung von P. apollo in Baden-Württemberg:
Grauer Bereich: Historisches Verbreitungsgebiet
Schwarzer Punkt: Eigener Nachweis
Die exakte aktuelle Verbreitung ist aus Artenschutzgründen nicht dargestellt.

Papilio machaon, Parnassius mnemosyne, Iphiclides podalirius