Pieris mannii (Karst-Weißling) (Mayer, 1851)

 

Verbreitung in Deutschland: Pieris mannii hat sich seit 2008 massiv in Deutschland ausgebreitet. Ausgehend vom Südwesten Baden-Württembergs erfolgt seitdem eine Einwanderungs- und Ausbreitungswelle die bisher Sachsen-Anhalt, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, das Saarland, Hessen, Rheinland-Pfalz, Bayern und Thüringen erreicht hat (Online).

Verbreitung in Baden-Württemberg: Der Karst-Weißling ist mittlerweile in ganz Baden-Württemberg anzutreffen. Die mediterrane Art hatte sich ausgehend vom Elsaß zuerst am südlichen Oberrhein und im Hochrheingebiet angesiedelt. In den folgenden Jahren erfolgte eine Ausbreitungswelle nach Nordosten (Herrmann 2008, 2010). Mittlerweile kann die Art auch in den höheren und kühleren Lagen Baden-Württembergs angetroffen werden, allerdings vergleichsweise seltener als etwa in der Oberrheinebene (Online).

Habitatansprüche: In Südeuropa besiedelt P. mannii bevorzugt trockenes, verkarstetes Gelände. Die mitteleuropäischen Populationen leben dagegen bevorzugt innerhalb von (klimatisch begünstigten) Ortschaften. Hier werden bevorzugt sonnen- und südexponierte Bereiche mit Wuchsorten der Wirtspflanzen besiedelt. Dies können strukturreiche, naturnahe Gärten mit Lesesteinmauern und Steingärten, aber auch entsprechend bepflanzte Straßenbegleitflächen sein. Die wichtigste Wirtspflanze ist in Mitteleuropa die Schleifenblume (Iberis sempervirens), es werden aber auch weitere Brassicaceae wie Rucola (Diplotaxis tenuifolia) angenommen.

Gefährdung/Schutz: RL BW: Nicht eingestuft. Der Karst-Weißling ist in Ausbreitung begriffen und hat mittlerweile ganz Baden-Württemberg erobert. Daher wäre eine Einstufung als ungefährdet gerechtfertigt.

Eignung als Indikatorart: P. mannii besitzt eine geringe Indikatorqualität für naturnahe, sonnenexponierte Gartenanlagen.

Bestimmung: Der Karst-Weißling ist leicht mit dem Kleinen Kohlweißling (Pieris rapae) zu verwechseln. Von diesem unterscheidet er sich dort die ausgedehntere Schwarzfärbung auf der Vorderflügel-Oberseite und durch den quadratischen schwarzen Fleck. Ein sicherer Hinweis sind zudem Eiablagen an Schleifenblume und die in den ersten Larvenstadien schwarzköpfigen Jungraupen.

Quellen für diese Seite:

Herrmann, R. (2008): Der Karstweissling Pieris mannii (Mayer, 1851), erstmals im Breisgau (Lepidoptera, Pieridae). - Atalanta 39: 233-234.

Herrmann, R. (2010): Die aktuelle Arealexpansion und Einbürgerung des Karstweißlings, Pieris mannii (Mayer, 1851), in Südwestdeutschland (Lepidoptera, Pieridae). - Atalanta 41: 197-206.

 

 

Eiablage eines Weibchens des Karts-Weißlings (Pieris mannii) in einem Garten im Albvorland (Waldenbuch), Juli 2016.

 

 

Ei des Karst-Weißlings, abgelegt in einem Steingarten an Schleifenblume in den Oberen Gäuen (Grafenau-Döffingen), September 2011.

 

 

Jungraupe von P. mannii mit charakteristischem schwarzen Kopf im Albvorland (Waldenbuch), Juli 2016.

 

 

Jungraupe des Karst-Weißlings, die gerade die Häutung von der schwarzköpfigen zur grünköpfigen Färbung vollzogen hat, Albvorland (Waldenbuch), Juli 2016.

 

 

Ausgewachsene Raupe von P. mannii auf Rucola im Albvorland (Waldenbuch), Juli 2016.

 

 

"Larvalhabitat" des Karst-Weißlings im Albvorland (Waldenbuch), ein besonnt stehender Pflanzkübel mit Rucola.

 

 

Schematische Verbreitung von P. mannii in Baden-Württemberg:

Dunkelblauer Bereich: Belegte Vorkommen

Schwarze Punkte: Eigene Nachweise

 

Pieris rapae, Pontia edusa, Colias alfacariensis

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