Podarcis muralis (Mauereidechse) (Laurenti, 1768)
Verbreitung in Deutschland: Podarcis muralis erreicht in Deutschland ihre natürliche nördliche Verbreitungsgrenze. Sie ist hier in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Bayern und Baden-Württemberg anzutreffen.
Verbreitung in Baden-Württemberg: Autochthone Populationen der Mauereidechsen existieren in Baden-Württemberg in der gesamten Oberrheinebene (mit Hochrheingebiet) sowie im südlichen Kraichgau, im Odenwald und in Randbereichen des Südschwarzwaldes. Allochthone Populationen bestehen dagegen im Neckartal zwischen Stuttgart und Tübingen.
Habitatansprüche: P. muralis besiedelt bevorzugt anthropogen entstandene Sekundärbiotope wie Trockenmauern in Weinbergen, Steinbrüche, Ruinen oder Burgen. Im Südschwarzwald existieren allerdings auch noch Vorkommen in Primärhabitaten, dies sind Schutthalden und natürlich waldfreie Felsköpfe. Die Art kam ehemals wohl auch im Lichtwaldbereich und Flussschotter der großen Stromtalauen vor.
Gefährdung/Schutz: RL BW: Stark gefährdet. Die Mauereidechse ist in Baden-Württemberg aufgrund von Flurbereinigungsmaßnahmen in Weinbergen, Nutzungsaufgabe, Verbrachung und Sukzession stark gefährdet. Auch die Überbauung alter Industrieanlagen und Bahngleise führt zum Erlöschen von Populationen. Wichtig für die Art ist die Fortführung eines möglichst extensiven Weinbaus mit Erhalt der zahlreichen Trockenmauern und Trockenrasen.
Eignung als Indikatorart: P. muralis kann als Indikator für extensiv genutzte Weinbergsgebiete sowie für natürlich waldfreie Schutthalden und Felsköpfe dienen.
Sich sonnende Podarcis muralis auf einem Felskopf im Südschwarzwald (Waldshut-Tiengen), April 2011.

Weitere Mauereidechse aus dem Südschwarzwald (Berau), April 2012.

Exemplar von Podarcis muralis aus der allochthonen Population im Albvorland (Tübingen), September 2007.

Weitere Mauereidechse vom Schloss in Tübingen, April 2011.

Jungtier der Mauereidechse an einer Schlossmauer im Albvorland (Tübingen), September 2007.

Weiteres Exemplar der Mauereidechse aus Norditalien (Schlanders), Mai 2006.

Habitat von P. muralis im Südschwarzwald (Waldshut-Tiengen), eine Schutthalde in der auch syntop Vipera aspis vorkommt.

Schlossmauer in Tübingen (Albvorland) als Habitat der dortigen allochthonen Population.

Schematische Verbreitung von P. muralis in Baden-Württemberg:
Dunkelblauer Bereich: Belegte Vorkommen
