Adscita globulariae (Flockenblumen-Grünwidderchen) (Hübner, 1793)

 

Verbreitung in Deutschland: Adscita globulariae ist in ganz Deutschland bis in den Norden anzutreffen, dort jedoch deutlich seltener als im Süden.

Verbreitung in Baden-Württemberg: Das Flockenblumen-Grünwidderchen ist zerstreut in Baden-Württemberg verbreitet. Zusammenhängende Vorkommen existieren im Tauberland und in den angrenzenden Kocher-Jagst-Ebenen. Im südlichen Kraichgau gibt es noch wenige aktuell nachgewiesene Populationen, genauso am Kaiserstuhl und in der südlichen Oberrheinebene. Auf der Schwäbischen Alb ist A. globulariae vereinzelt nachgewiesen, zahlreiche Nachweise bestehen dagegen aus dem Baar-Wutach-Gebiet. Ob die Art tatsächlich auch in Feuchtgebieten Oberschwabens auftritt, ist bisher nicht sicher geklärt (Ebert & Lussi 1994). Ich konnte die Art bisher in den oberschwäbischen Feuchtgebieten nicht nachweisen.

Habitatansprüche: A. globulariae besiedelt vornehmlich Kalkmagerrasen. So tritt die Art auf schafbeweideten Halbtrockenrasen im Kraichgau und auf der Schwäbischen Alb auf, in der südlichen Oberrheinebene ist das Flockenblumen-Grünwidderchen in der trocken gefallenen Aue zu finden. Möglich ist auch ein (ehemaliges) Vorkommen auf trockenen Moorheiden. Die Larve ernährt sich von den namensgebenden Flockenblumen (Centaurea jacea und Centaurea scabiosa) (Ebert & Lussi 1994).

Gefährdung/Schutz: RL BW: Gefährdet. Die ehemals wohl weit verbreitete und nicht seltene Art ist besitzt aktuell durch den Verlust an mageren Extensivwiesen in Baden-Württemberg ein nur noch stark zersplittertes Verbreitungsareal und gilt deshalb als gefährdet. Viele Populationen sind bereits isoliert und die Lebensräume auf kleine Restflächen zusammengeschmolzen. Zum Schutz der Art sollte eine extensive Bewirtschaftung (einmalige Mahd, Wanderschäferei) großflächig aufrecht erhalten werden, um ihre Habitate sowohl vor Verbuschung als auch vor Intensivierung oder Aufforstung zu bewahren (Ebert et al. 2005). Gut abgestimmte Mahdtermine (1. Junihälfte und ab Mitte August) erhöhen die Entwicklungschancen der Präimaginalstadien ebenso wie gestaffelte Mahdtermine und temporäre Brachen durch Festlegung von Flächen mit Turnus-Mahd auf jährlich wechselnden Teilflächen (vgl. Hafner 2006).

Eignung als Indikatorart: A. globulariae ist ein guter Indikator für extensiv genutzte Kalkmagerrasen.

Quellen für diese Seite:

Ebert, G., Hofmann, A., Meineke, J.-U., Steiner, A., R. trusch (2005): Rote Liste der Schmetterlinge (Macrolepidoptera) Baden-Württembergs (3. Fassung). In: Ebert, G. (Hrsg.): Die Schmetterlinge Baden-Württembergs. Band 10, Ergänzungsband. Ulmer-Verlag (Stuttgart), 110-133.

Ebert, G. & H. G. Lussi (1994): Procridinae. In: Ebert, G. (Hrsg.): Die Schmetterlinge Baden-Württembergs. Band 3: Nachtfalter I. Ulmer-Verlag (Stuttgart), 153-195.

Hafner, S. (2006): Einfluss der Bewirtschaftung auf die Besiedlung von Habitaten durch die Flockenblumen-Grünwidderchen Jordanita globulariae und J. notata.  - In: Fartmann, T. & G. Hermann (2006): Larvalökologie von Tagfaltern und Widderchen in Mitteleuropa. - Abhandlungen aus dem Westfälischen Museum für Naturkunde. Heft 68 (3/4): 309-322.

 

 

Adscita globulariae auf der larvalen Wirtspflanze im Kraichgau (NSG Ersinger Springenhalde), Juni 2010.

 

 

Habitat von A. globulariae im Kraichgau (NSG Ersinger Springenhalde).

 

 

Schematische Verbreitung von A. globulariae in Baden-Württemberg:

Dunkelblauer Bereich: Belegte Vorkommen

Schwarze Punkte: Eigene Nachweise

 

Adscita geryon, Adscita mannii, Adscita statices

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