Zygaena fausta (Bergkronwicken-Widderchen) (Linnaeus, 1767)

 

Verbreitung in Deutschland: Zygaena fausta ist vor allem im Südwesten Deutschlands anzutreffen. Ihre Vorkommen erreichen im Norden Thüringen.

Verbreitung in Baden-Württemberg: Das Bergkronwicken-Widderchen ist in Baden-Württemberg auf Kalkstandorte beschränkt. Ihr Verbreitungsareal zerfällt deshalb in zwei Populationszentren. Das kleinere befindet sich im Nordosten Baden-Württembergs im Tauberland, das größere zieht sich von der Ostalb über die Traufzonen der mittleren Schwäbischen Alb bis hin zur Hegau- und Baar-Alb (Hofmann 1994, 2005).

Habitatansprüche: Ursprünglich besiedelte Z. fausta in Baden-Württemberg wohl primär alte, lichte Misch- oder Reliktföhrenwälder mit ihren Auflockerungsbereichen. Heutzutage ist die Art vielerorts im Saumbereich von Halbtrockenrasen zum Wald hin, an Offenstellen an südexponierten bewaldeten Hängen oder in Steppeheidewäldern anzutreffen. Unerlässlich ist hierbei das Vorkommen der einzigen Wirtspflanze, der Bergkronwicke (Coronilla coronata) (Hofmann 1994, 2005). Auch Steinbrüche, Abbruchkanten und steile, felsige Wegböschungen können geeignete Lebensräume für die lichthungrige Waldart darstellen. Im Vergleich mit dem Elegans-Widderchen (Zygaena angelicae elegans) finden sich die Larvalhabitate des Bergkronwicken-Widderchens regelmäßig auch in etwas offeneren Bereichen. Es ist nicht so sehr auf eine lichte Überschirmung angewiesen wie Z. angelicae (vgl. Wagner 2006).

Gefährdung/Schutz: RL BW: Gefährdet (Ebert et al. 2005). Z. fausta gilt in Baden-Württemberg als gefährdet, da im Laufe der letzten Jahrzehnte zahlreiche Populationen entweder stark rückläufig oder gar erloschen sind. Vor allem die zunehmende Überschattung durch angrenzenden Hochwald und Sukzessionsgehölz führen zu einem Rückgang der Raupennahrungspflanze. Diese wächst vornehmlich im xerothermen Übergangsbereich zwischen Wald und Offenland. Derartige Standorte müssen regelmäßig, jedoch nicht zu radikal entbuscht werden, um den Erhalt der vielleicht schönsten Widderchen-Art in Baden-Württemberg zu sichern. Aufgrund der zahlreichen dokumentierten Vorkommen hat das Land Baden-Württemberg eine besondere Schutzverantwortung für die Art.

Eignung als Indikatorart: Z. fausta ist ein sehr guter Indikator für die Steppenheidewälder des Albtraufs sowie für xerotherme, saumreiche und lichte Waldränder.

Quellen für diese Seite:

Ebert, G., Hofmann, A., Meineke, J.-U., Steiner, A., R. trusch (2005): Rote Liste der Schmetterlinge (Macrolepidoptera) Baden-Württembergs (3. Fassung). In: Ebert, G. (Hrsg.): Die Schmetterlinge Baden-Württembergs. Band 10, Ergänzungsband. Ulmer-Verlag (Stuttgart), 110-133.

Hofmann, A. (1994): Zygaeninae. In: Ebert, G. (Hrsg.): Die Schmetterlinge Baden-Württembergs. Band 3: Nachtfalter I. Ulmer-Verlag (Stuttgart), 196-335.

Ebert, G., Hofmann, A., Meineke, J.-U., Steiner, A., R. trusch (2005): Elegans-Widderchen (Zygaena angelicae elegans) und Bergkronwicken-Widderchen (Zygaena fausta). In: Ebert, G. (Hrsg.): Die Schmetterlinge Baden-Württembergs. Band 10, Ergänzungsband. Ulmer-Verlag (Stuttgart), 106-108.

Wagner, W. (2006): Präimaginalökologie mitteleuropäischer Zygaena-Arten - schwerpunktmäßig untersucht auf Magerrasen der Schwäbischen Alb. - In: Fartmann, T. & G. Hermann (Hrsg.) (2006): Larvalökologie von Tagfaltern und Widderchen in Mitteleuropa. Abhandlungen aus dem Westfälischen Museum für Naturkunde. Heft 68 (3/4): 171-196.

 

 

Zygaena fausta an einem xerothermen Waldsaum mit angrenzendem Magerrasen im Tauberland (Königheim, NSG Haigergrund), Juli 2010.

 

 

Z. fausta an einer Offenstelle im Wald am Albtrauf (Pfullingen), Juli 2009.

 

 

Weitere Z. fausta an einer der bevorzugten Nektarpflanzen, dem Dost (Origanum vulgare) am Albtrauf (Pfullingen), Juli 2009.

 

 

Weiteres Bergkronwicken-Widderchen im Portrait im Tauberland (Edelfingen), Juli 2011.

 

 

Z. fausta aus Südfrankreich (Hâute Provence), wo die Art noch weit verbreitet ist, August 2009.

 

 

An Berg-Kronwicke fressende Raupe von Z. fausta am Albtrauf (Öschingen), Mai 2013.

 

 

Am Blütenstand ruhende Larve des Bergkronwicken-Widderchens am Albtrauf (Öschingen), Mai 2013.

 

 

Ruhende Larve von Z. fausta am Albtrauf (Öschingen), Mai 2013.

 

 

Sich sonnende Larve von Z. fausta am Albtrauf (Hülben), Mai 2013.

 

 

Larve des Bergkronwicken-Widderchens in Aufsicht am Albtrauf (Hülben), Mai 2013.

 

 

Weitere Larve von Z. fausta am Albtrauf (Hülben), Mai 2013.

 

 

Ungewöhnliches Larvalhabitat: von Raupen besetzte Berg-Kronwicken direkt neben einem Waldameisenhaufen am Albtrauf (Hülben).

 

 

Habitat des Bergkronwicken-Widderchens am Albtrauf (Hülben), eine sonnenxponierte Hangabbruchkante.

 

 

(Larval-)Habitat des Bergkronwicken-Widderchens am Albtrauf (Öschingen), ein steiler, lichter und südexponierter Steppenheidewald.

 

 

Habitat von Z. fausta im Tauberland (Königheim, NSG Haigergrund).

 

 

Halbtrockenrasen mit viel Bergkronwicke im Tauberland (Edelfingen) als Habitat von Z. fausta.

 

 

Schematische Verbreitung von Z. fausta in Baden-Württemberg:

Dunkelblauer Bereich: Belegte Vorkommen

Schwarze Punkte: Eigene Nachweise

 

Zygaena ephialtes, Zygaena filipendulae

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