Zygaena angelicae elegans (Elegans-Widderchen) (Ochsenheimer, 1808)

 

Verbreitung in Deutschland: Zygaena angelicae kommt in zwei Unterarten in Deutschland vor. Die meist fünfleckige Unterart Z. a. angelicae ist aktuell wohl nur noch in Nordbayern und Thüringen anzutreffen. Die häufig sechsfleckige Z. a. elegans lebt ausschließlich auf der Schwäbischen und Fränkischen Alb. Früher wurden diese beiden Unterarten als eigene Arten geführt, sie sind aber nicht morphologisch zu trennen, außerdem existieren einige intermediäre Populationen.

Verbreitung in Baden-Württemberg: Das Vorkommen des Elegans-Widderchens ist in Baden-Württemberg auf die Schwäbische Alb beschränkt. Häufig werden Trauflagen besiedelt, wie etwa am nördlichen Albtrauf bei Balingen, Mössingen oder Pfullingen. Ehemals kam die Art jedoch auch auf der Südost-Abdachung der Alb bei Schelklingen und Blaubeuren vor

Habitatansprüche: Besiedelt werden ausschließlich süd- oder südwestexponierte, sehr lückige Steppenheide-Wälder. Häufig handelt es sich hierbei um Abbruchkanten auf felsigem Untergrund, die zumindest lange Zeit natürlich waldfrei bleiben und äußerst steil sind. Im fast mediterranen Mikroklima der Steppenheiden entwickelt sich die Larve an Kronwicken (Coronilla coronata und Coronilla varia). In seltenen Fällen tritt Z. a. elegans auch im Saumbereich von Halbtrockenrasen auf.

Gefährdung/Schutz: RL BW: Stark gefährdet. Z. a. elegans wurde in der aktuellen Roten Liste von "Vom Aussterben bedroht" auf "Stark gefährdet" zurück gestuft, da bei intensiver Nachsuche doch noch einige aktuell bestehende Vorkommen entdeckt wurden. Häufig sind die besiedelten Habitate sehr unzugänglich, sodass auch in Zukunft noch mit der ein oder anderen Neuentdeckung gerechnet werden kann. Trotzdem ist das Elegans-Widderchen in seinem Fortbestand in Baden-Württemberg stark gefährdet, da selbst die steilen Steppenheidewälder durch Sukzession und Stickstoffimmissionen mehr und mehr zuwachsen. Baden-Württemberg hat außerdem eine besondere Schutzverantwortung für die sonst nur noch aus Bayern bekannte Unterart Z. a. elegans. Zum Schutz der Art müssen Abbrauchkanten und Steppenheidewälder durch regelmäßiges Ausschlagen von Gehölzen oder (Wieder-)Einführung einer Nieder- und Mittelwaldnutzung offen gehalten werden.

Eignung als Indikatorart: Z. a. elegans ist ein sehr guter Indikator für intakte, lichte Steppenheidewälder.

 

 

Eher untypisch gefleckte (da Fleckenpaar 5 und 6 nicht verschmolzen) Zygaena a. elegans am Albtrauf (Gönningen), Juli 2010.

 

 

Fünffleckige Z. a. elegans am Albtrauf (Gönningen), die in Baden-Württemberg in ca. 5 % der Fälle auftritt, Juli 2010.

 

 

Steppenheidewald am Südabhang des Rossbergs, Habitat von Z. a. elegans und Zygaena fausta.

 

 

Schematische Verbreitung von Z. a. elegans in Baden-Württemberg:

Dunkelblauer Bereich: Belegte Vorkommen

 

Rhagades pruni, Zygaena carniolica

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