Zygaena lonicerae (Klee-Widderchen) (Scheven, 1777)
Verbreitung in Deutschland: Zygaena lonicerae ist in ganz Deutschland verbreitet.
Verbreitung in Baden-Württemberg: Früher war das Klee-Widderchen fast in ganz Baden-Württemberg anzutreffen und galt als eine der häufigsten einheimischen Widderchen-Arten. Dies trifft in heutiger Zeit keinesfalls mehr zu! Der aktuelle Verbreitungsschwerpunkt von Z. lonicerae liegt eindeutig im Großraum Schwäbische Alb. Daneben war die Art zumindest in früherer Zeit in der südlichen Oberrheinebene mit Kaiserstuhl, im Hegau und in Oberschwaben, im Albvorland, in den Oberen Gäuen, im Kraichgau und im Tauberland verbreitet. Wahrscheinlich sind von diesen Vorkommen zahlreiche bereits erloschen (Tauberland, Kraichgau, Oberschwaben, Kaiserstuhl). Die Gefahr einer Verwechslung mit Zygaena trifolii ist recht groß, jedoch besiedelt diese Art meist deutlich feuchtere Bereiche. Ich konnte im Sommer 2010 ein fünffleckiges Widderchen, das aller Wahrscheinlichkeit nach zu Z. lonicerae zu rechnen ist auf dem Böblinger Standortübungsplatz im Schönbuch nachweisen, was einen Wiedernachweis nach etwa 10 Jahren darstellen würde, nachdem die Art bereits als verschollen galt.
Habitatansprüche: Z. lonicerae ist eindeutig als recht anspruchsvolle Saum-Zygaene einzustufen. Bevorzugt besiedelt werden etwa Saumbereiche von Halbtrockenrasen, xerotherme Waldränder, aber auch eher mesophile Habitate wie Waldschneisen, strukturreiche Waldwegesränder oder magere Sturmwurfflächen. Daneben kommt die Art auch an Böschungen, Bahndämmen und offenen Magerwiesen vor. Die Raupe lebt an den Kleearten Trifoliu medium, Trifolium montanum, Trifolium alpestre und Lotus corniculatus.
Gefährdung/Schutz: RL BW: Vorwarnliste. Z. lonicerae steht in Baden-Württemberg auf der Vorwarnliste, weil ihre Habitate wie lichte Waldsysteme, strukturreiche Waldränder oder magere Sturmwurfflächen oder Kahlschläge in Zeiten der Hochwaldnutzung immer seltener werden. Die Bestandsentwicklung dieser einst häufigen Art sollte deshalb genauestens beobachtet werden, vor allem wenn man die Situation weiterer Lichtwaldarten (Coenonympha hero, Lopinga achine, Erebia aethiops) in Baden-Württemberg betrachtet. Zum Schutz von Z. lonicerae sollten unbedingt lichte und strukturreiche Wald-Offenland-Ökotone erhalten, Waldwiesen und andere Wald-Offenstellen nicht aufgeforstet und die mittlerweile dunklen Wälder durch Änderung der aktuellen Bewirtschaftungsweise aufgelichtet werden.
Eignung als Indikatorart: Z. lonicerae ist ein guter Indikator für strukturreiche Waldsäume und lichte Waldsysteme.
Zygaena lonicerae an einem strukturreichen Waldsaum auf der Schwäbischen Alb (Sonnenbühl-Undingen), Juli 2009.

Zwei Aphantopus hyperantus, zwei Melanargia galathea und eine Z. lonicerae haben sich bei Regenwetter auf der Blüte der Wiesenknautie (Knautia arvensis) versammelt, Juli 2009.

Drei Z. lonicerae auf einer der wichtigsten Nektarpflanzen auf der Schwäbischen Alb (Sonnenbühl-Undingen), Juli 2009.

Weitere schon etwas abgeflogene Z. lonicerae von der Schwäbischen Alb (Mahlstetten), Juli 2011.

Habitat von Z. lonicerae auf der Schwäbischen Alb (Mahlstetten); breiter und lichter Forstweg mit gräser- und blütenreichen Saumstrukturen.

Schematische Verbreitung von Z. lonicerae in Baden-Württemberg:
Dunkelblauer Bereich: Belegte Vorkommen
