Zygaena lonicerae (Klee-Widderchen) (Scheven, 1777)

 

Verbreitung in Deutschland: Zygaena lonicerae ist in ganz Deutschland verbreitet.

Verbreitung in Baden-Württemberg: Früher war das Klee-Widderchen fast in ganz Baden-Württemberg anzutreffen und galt als eine der häufigsten einheimischen Widderchen-Arten. Dies trifft in heutiger Zeit keinesfalls mehr zu. Der aktuelle Verbreitungsschwerpunkt von Z. lonicerae liegt eindeutig im Großraum Schwäbische Alb. Daneben war die Art zumindest in früherer Zeit in der südlichen Oberrheinebene mit Kaiserstuhl, im Hegau und in Oberschwaben, im Albvorland, in den Oberen Gäuen, im Kraichgau und im Tauberland verbreitet (Hofmann 1994). Wahrscheinlich sind von diesen Vorkommen zahlreiche bereits erloschen (Tauberland, Kraichgau, Kaiserstuhl). Die Gefahr einer Verwechslung mit dem Sumpfhornklee-Widderchen (Zygaena trifolii) ist recht groß, jedoch besiedelt diese Art regelmäßig deutlich feuchtere Bereiche.

Habitatansprüche: Z. lonicerae ist eindeutig als recht anspruchsvolle Saum-Zygaene einzustufen. Bevorzugt besiedelt werden etwa Saumbereiche von Halbtrockenrasen, xerotherme Waldränder, aber auch eher mesophile Habitate wie Waldschneisen, strukturreiche Waldwegränder oder magere Sturmwurfflächen. Daneben kommt die Art auch an Böschungen, Bahndämmen und offenen Magerwiesen vor. Die Raupe lebt an den Kleearten Trifoliu medium, Trifolium montanum, Trifolium alpestre und Lotus corniculatus (Hofmann 1994). Larvalhabitate liegen in breiten Waldsäumen und in Mosaiken aus beweideten und brachliegenden Magerrasen, die eher mesophilen Charakter haben (vgl. Wagner 2006).

Gefährdung/Schutz: RL BW: Vorwarnliste (Ebert et al. 2005). Z. lonicerae steht in Baden-Württemberg auf der Vorwarnliste, weil ihre Habitate wie lichte Waldsysteme, strukturreiche Waldränder oder magere Sturmwurfflächen oder Kahlschläge in Zeiten der Hochwaldnutzung immer seltener werden. Die Bestandsentwicklung dieser einst häufigen Art sollte deshalb genauestens beobachtet werden, vor allem wenn man die Situation weiterer Lichtwaldarten (Coenonympha hero, Lopinga achine, Erebia aethiops) in Baden-Württemberg betrachtet. Zum Schutz von Z. lonicerae sollten unbedingt lichte und strukturreiche Wald-Offenland-Ökotone erhalten, Waldwiesen und andere Wald-Offenstellen nicht aufgeforstet und die mittlerweile dunklen Wälder durch Änderung der aktuellen Bewirtschaftungsweise aufgelichtet werden.

Eignung als Indikatorart: Z. lonicerae ist ein guter Indikator für strukturreiche Waldsäume und lichte Waldsysteme.

Quellen für diese Seite:

Ebert, G., Hofmann, A., Meineke, J.-U., Steiner, A., R. trusch (2005): Rote Liste der Schmetterlinge (Macrolepidoptera) Baden-Württembergs (3. Fassung). In: Ebert, G. (Hrsg.): Die Schmetterlinge Baden-Württembergs. Band 10, Ergänzungsband. Ulmer-Verlag (Stuttgart), 110-133.

Hofmann, A. (1994): Zygaeninae. In: Ebert, G. (Hrsg.): Die Schmetterlinge Baden-Württembergs. Band 3: Nachtfalter I. Ulmer-Verlag (Stuttgart), 196-335.

Wagner, W. (2006): Präimaginalökologie mitteleuropäischer Zygaena-Arten - schwerpunktmäßig untersucht auf Magerrasen der Schwäbischen Alb. - In: Fartmann, T. & G. Hermann (Hrsg.) (2006): Larvalökologie von Tagfaltern und Widderchen in Mitteleuropa. Abhandlungen aus dem Westfälischen Museum für Naturkunde. Heft 68 (3/4): 171-196.

 

 

Zygaena lonicerae an einem strukturreichen Waldsaum auf der Schwäbischen Alb (Sonnenbühl-Undingen), Juli 2009.

 

 

Zwei Aphantopus hyperantus, zwei Melanargia galathea und eine Z. lonicerae haben sich bei Regenwetter auf der Blüte der Wiesenknautie (Knautia arvensis) versammelt, Juli 2009.

 

 

Weiteres, frisches Kleewidderchen aus Oberschwaben (Isny), Juni 2016.

 

 

Larve von Z. lonicerae auf der Schwäbischen Alb (Kreenheinstetten), Juni 2016.

 

 

Habitat von Z. lonicerae auf der Schwäbischen Alb (Mahlstetten); breiter und lichter Forstweg mit gräser- und blütenreichen Saumstrukturen.

 

 

Streugenutztes Zwischenmoor mit mageren Säumen als Habitat des Klee-Widderchens im Allgäu (Isny).

 

 

Schematische Verbreitung von Z. lonicerae in Baden-Württemberg:

Dunkelblauer Bereich: Belegte Vorkommen

Grauer Bereich: Ehemalige Vorkommen (letztes Nachweisdatum)

Schwarze Punkte: Eigene Nachweise

 

Zygaena filipendulae, Zygaena loti

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