Zygaena trifolii (Sumpfhornklee-Widderchen) (Esper, 1783)

 

Verbreitung in Deutschland: Zygaena trifolii ist in ganz Deutschland verbreitet.

Verbreitung in Baden-Württemberg: Das Sumpfhornklee-Widderchen kann in fast allen Naturräumen Baden-Württembergs, jedoch in sehr unterschiedlicher Häufigkeit gefunden werden. Die besten Populationen bestehen aktuell wohl in Oberschwaben und im Südschwarzwald. Weit verbreitet war die Art früher auch im nördlichen Teil des Schwarzwaldes und den angrenzenden Regionen des Kraichgaus und der nördlichen Oberrheinebene. Hier, wie auch im Albvorland, in den Keuperwaldbergen, im Tauberland oder in der südlichen Oberrheinebene sind eindeutige Rückgangstendenzen erkennbar (Hofmann 1994). Ich konnte 2008 im mittlerweile fast verwaisten Mittleren Albvorland auf einigen extensiv genutzten Waldwiesen im Schönbuch einige individuenreiche Populationen dieser Art wieder entdecken, sodass die Lage in dieser Region nicht mehr ganz so hoffnungslos scheint (Bamann 2009).

Habitatansprüche: Die hygrophile Z. trifolii besiedelt in Baden-Württemberg vor allem feuchte, extensiv genutzte Talwiesen, Streuwiesen, Niedermoore und bachbegleitende Strukturen. Daneben kann die Art allerdings auch in eher mesophilen (Tal-)Wiesen auftreten. Aus Norddeutschland sind auch Trockenrasen-Populationen bekannt. Die Larve lebt vornehmlich (im hygrophilen Bereich) an Sumpfhornklee (Lotus uliginosus), im mehr mesophilen Bereich aber auch an Hornklee (Lotus corniculatus) (Hofmann 1994).

Gefährdung/Schutz: RL BW: Gefährdet (Ebert et al. 2005). Z. trifolii ist durch den Rückgang extensiven Feuchtgrünlandes in Baden-Württemberg gefährdet. Allein im südlichen Oberschwaben und im Südschwarzwald bestehen noch ausreichend große, zusammenhängende Metapopulationen dieser Art. In allen anderen Regionen ist Z. trifolii stark rückläufig und aus weiten Bereichen verschwunden oder auf winzige Resthabitate zurückgedrängt. Zum Schutz des Sumpfhornklee-Widderchens müssen extensiv genutzte Feuchtwiesen (Talwiesen, Streuwiesen) unbedingt erhalten werden und dürfen nicht durch Grundwasserabsenkung, Trockenlegung, Überbauung oder geänderte Nutzungsweise (Intensivierung, Nutzungsaufgabe) verloren gehen.

Eignung als Indikatorart: Z. trifolii ist ein guter Indikator für extensiv genutztes Feuchtgrünland.

Quellen für diese Seite:

Bamann, T. (2009): Die Schmetterlinge des NSG Schaichtal (Schönbuch), Südwestdeutschland. Carolinea 67, 159-169.

Ebert, G., Hofmann, A., Meineke, J.-U., Steiner, A., R. trusch (2005): Rote Liste der Schmetterlinge (Macrolepidoptera) Baden-Württembergs (3. Fassung). In: Ebert, G. (Hrsg.): Die Schmetterlinge Baden-Württembergs. Band 10, Ergänzungsband. Ulmer-Verlag (Stuttgart), 110-133.

Hofmann, A. (1994): Zygaeninae. In: Ebert, G. (Hrsg.): Die Schmetterlinge Baden-Württembergs. Band 3: Nachtfalter I. Ulmer-Verlag (Stuttgart), 196-335.

 

 

Zygaena trifolii auf einer Kuckuckslichtnelke im Albvorland (Aichtal-Neuenhaus), Juni 2009.

 

 

Kopula von Z. trifolii auf einer Feuchtwiese im Albvorland (Aichtal-Neuenhaus), Juni 2009.

 

 

Weiteres Sumpfhornklee-Widderchen aus dem Albvorland (Aichtal-Neuenhaus), Juni 2011.

 

 

Typische Ansammlung von Z. trifolii auf der beliebten Nektarpflanze Sumpf-Kratzdistel im Albvorland (Aichtal-Neuenhaus), Juni 2011.

 

 

Weiteres Kopula des Sumpfhornklee-Widderchens in Oberschwaben (Untermooweiler), Juli 2014.

 

 

Randbereich einer Streuwiese mit Massenbeständen des Sumpfhornklees (Lotus uliginosus), Reproduktionshabitat von Z. trifolii.

 

 

Magere Feuchtwiese im Wald im Albvorland (Aichtal-Neuenhaus), hier sind alljährlich mehrere hundert Falter von Z. trifolii zu finden.

 

 

Magere Streuwiese in Oberschwaben (Bad Wurzach), in dieser Region fliegt Z. trifolii in derartigen Habitaten noch regelmäßig.

 

 

Schematische Verbreitung von Z. trifolii in Baden-Württemberg:

Dunkelblauer Bereich: Belegte Vorkommen

Schwarze Punkte: Eigene Nachweise

 

Zygaena transalpina, Zygaena viciae

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