Adscita (Jordanita) notata (Skabiosen-Grünwidderchen) (Zeller, 1847)

Verbreitung in Deutschland: Adscita notata ist in Deutschland nur aus Brandenburg, Rheinland-Pfalz, Bayern und Baden-Württemberg nachgewiesen. Die Vorkommen in Brandenburg (vor 1981) und in Rheinland-Pfalz (1979) sind bereits seit längerer Zeit erloschen. Aktuelle Populationen existieren noch in Bayern (Kalkmagerrasen in Nordbayern, dealpine Flussschotterheiden, Feuchtwiesen im Alpenvorland) und in Baden-Württemberg (Reinhardt et al. 2020).

Verbreitung in Baden-Württemberg: Nachweise des Skabiosen-Grünwidderchens sind in Baden-Württemberg aus unterschiedlichen Naturräumen bekannt geworden. Der auch noch in heutiger Zeit besiedelte Verbreitungsschwerpunkt umfasst den Hochrhein, das Alb-Wutach-Gebiet, Baar- und Hegaualb. Daneben existieren mittlerweile seit längerer Zeit unbestätigte Nachweise aus dem Oberen Donautal, vom südlichen sowie vom nördlichen Oberrhein (Ebert & Lussi 1994, Imbeck-Löffler 2017).

Habitatansprüche: A. notata besiedelt sehr magere und flachgründige Mähwiesen und Kalkmagerrasen (Hafner 2006). Die Larve ernährt sich von Flockenblumen (Centaurea jacea und Centaurea scabiosa) (Ebert & Lussi 1994).

Gefährdung/Schutz: RL BW: Stark gefährdet (Ebert et al. 2005). Die anspruchsvolle Grünlandart benötigt extensiv genutzte Wiesen auf sehr nährstoffarmen Standorten. Diese Ausprägungen sind in den vergangenen Jahrzehnten aufgrund von intensivierter Nutzung, atmosphärischen Nährstoffeinträgen sowie Aufgabe der Nutzung auf schwierig zu bewirtschaftenden Standorten stark zurückgegangen und heute wohl nur noch im Verbreitungszentrum der Art in entsprechender Ausprägung und Dichte vorhanden. Gut abgestimmte Mahdtermine (1. Junihälfte und ab Mitte August) erhöhen die Entwicklungschancen der Präimaginalstadien ebenso wie gestaffelte Mahdtermine und temporäre Brachen durch Festlegung von Flächen mit Turnus-Mahd auf jährlich wechselnden Teilflächen (vgl. Hafner 2006).

Eignung als Indikatorart: A. notata ist ein sehr guter Indikator für extensiv genutzte, sehr magere und flachgründige Mähwiesen und Kalkmagerrasen.

Quellen für diese Seite:

Ebert, G., Hofmann, A., Meineke, J.-U., Steiner, A., R. trusch (2005): Rote Liste der Schmetterlinge (Macrolepidoptera) Baden-Württembergs (3. Fassung). In: Ebert, G. (Hrsg.): Die Schmetterlinge Baden-Württembergs. Band 10, Ergänzungsband. Ulmer-Verlag (Stuttgart), 110-133.

Ebert, G. & H. G. Lussi (1994): Procridinae. In: Ebert, G. (Hrsg.): Die Schmetterlinge Baden-Württembergs. Band 3: Nachtfalter I. Ulmer-Verlag (Stuttgart), 153-195.

Hafner, S. (2006): Einfluss der Bewirtschaftung auf die Besiedlung von Habitaten durch die Flockenblumen-Grünwidderchen Jordanita globulariae und J. notata.  - In: Fartmann, T. & G. Hermann (2006): Larvalökologie von Tagfaltern und Widderchen in Mitteleuropa. - Abhandlungen aus dem Westfälischen Museum für Naturkunde. Heft 68 (3/4): 309-322.

Imbeck-Löffler, P. (2017): Tagfalter und Widderchen der Region Basel. - Reihe "Quellen und Forschungen zur Geschichte und Landeskunde des Kantons Basel-Landschaft", Band 101, Verlag des Kantons Basel-Landschaft, Liestal, 592 S.

Reinhardt R., Harpke A., Caspari, S., Dolek, M., Kühn, E., Musche, M., Trusch, R., Wiemers, M. & J. Settele (Hrsg.) (2020): Verbreitungsatlas der Tagfalter und Widderchen Deutschlands. - Ulmer Verlag (Stuttgart), 428 S.

 

Weibchen des Skabiosen-Grünwidderchens (Adscita notata) aus dem Alb-Wutach-Gebiet (Untermettingen), Juni 2019.

 

Habitat von A. notata im Alb-Wutach-Gebiet (Untermettingen); südexponierte, extensiv genutzte Magerwiesen und Halbtrockenrasen.

 

Schematische Verbreitung von A. notata in Baden-Württemberg:

Dunkelblauer Bereich: Belegte Vorkommen

Grauer Bereiche: Ehemalige Vorkommen mit Jahr des Letztnachweises

Schwarze Punkte: Eigene Nachweise Stand 2019

Rhagades pruni, Adscita globulariae, Adscita notata, Adscita geryon, Adscita mannii, Adscita statices, Zygaena purpuralis, Zygaena minos, Zygaena fausta, Zygaena carniolica, Zygaena loti, Zygaena osterodensis, Zygaena viciae, Zygaena ephialtes, Zygaena transalpina, Zygaena angelicae, Zygaena filipendulae, Zygaena lonicerae, Zygaena trifolii

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