Adscita geryon (Sonnenröschen-Grünwidderchen) (Hübner, 1813)

 

Verbreitung in Deutschland: Adscita geryon ist zwar in Deutschland bis in den Norden verbreitet, tritt meist jedoch nur sehr vereinzelt auf. Häufiger wird die Art nur in den an Kalkmagerrasen reichen Gebieten in Süddeutschland.

Verbreitung in Baden-Württemberg: Das Sonnenröschen-Grünwidderchen besiedelt in Baden-Württemberg drei voneinander isolierte Regionen. So tritt die Art im Tauberland, auf der Schwäbischen Alb und den Oberen Gäuen sowie am Kaiserstuhl und der südlichen Oberrheinebene auf. Die Vorkommen in den nördlichen Oberen Gäuen (NSG Betzenbuckel, NSG Büchelberg) sind wahrscheinlich nicht mehr aktuell (Ebert & Lussi 1994).

Habitatansprüche: A. geryon besiedelt Halbtrockenrasen, die partiell versaumt sind und sich häufig an trocken-warmen Hängen befinden. Hier entwickelt sich die Raupe an verschiedenen Sonnenröschen-Arten (Helianthemum spp.) (Ebert & Lussi 1994). Auf der Schwäbischen Alb ist die Art vor allem auf relativ intensiv beweideten Wacholderheiden zu finden, was für eine Präferenz für kurzrasiger und lückiger Vegetationsstrukturen spricht. Das Sonnenröschen-Grünwidderchen scheint ähnliche Ansprüche zu haben wie der Sonnenröschen-Würfel-Dickkopffalter (Pyrgus alveus) oder der Thymian-Ameisenbläuling (Maculinea arion). Die Art ist außerdem auf den extrem nährstoffarmen, aber eher langgrasigen Einmähdern am nördlichen Albrand zu finden.

Gefährdung/Schutz: RL BW: Gefährdet (Ebert et al. 2005). Das Sonnenröschen-Grünwidderchen gilt in Baden-Württemberg als gefährdet, weil zahlreiche Magerrasen entweder zu intensiv (Koppelhaltung, Überweidung) oder kaum noch (Unterbeweidung, Verbrachung, Verfilzung) bewirtschaftet werden. Um die Vorkommen von A. geryon großräumig zu sichern, müssen die (Kalk-)Magerrasen erhalten und möglichst regelmäßig und mindestens zwei Mal jährlich mit Schafen beweidet werden. Für die Vorkommen auf den Einmähdern scheint aktuell eine einmalige spät im Jahr durchgeführte Mahd auszureichen.

Eignung als Indikatorart: A. geryon ist ein guter Indikator für extensiv genutzte Halbtrockenrasen.

Quellen für diese Seite:

Ebert, G., Hofmann, A., Meineke, J.-U., Steiner, A., R. trusch (2005): Rote Liste der Schmetterlinge (Macrolepidoptera) Baden-Württembergs (3. Fassung). In: Ebert, G. (Hrsg.): Die Schmetterlinge Baden-Württembergs. Band 10, Ergänzungsband. Ulmer-Verlag (Stuttgart), 110-133.

Ebert, G. & H. G. Lussi (1994): Procridinae. In: Ebert, G. (Hrsg.): Die Schmetterlinge Baden-Württembergs. Band 3: Nachtfalter I. Ulmer-Verlag (Stuttgart), 153-195.

 

 

Adscita geryon auf einem Halbtrockenrasen im Baar-Wutach-Gebiet (Löffingen), Juni 2010.

 

 

Habitat von A. geryon in den Oberen Gäuen (NSG Albeck).

 

 

Schematische Verbreitung von A. geryon in Baden-Württemberg:

Dunkelblauer Bereich: Belegte Vorkommen

Schwarze Punkte: Eigene Nachweise

 

Adscita globulariae

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