Carcharodus alceae (Malven-Dickkopffalter) (Esper, 1780)

 

Verbreitung in Deutschland: Carcharodus alceae ist außerhalb Schleswig-Holsteins und Niedersachsens noch in ganz Deutschland verbreitet. In allen Bundesländern gilt diese Art jedoch zumindest als gefährdet. Verbreitungsschwerpunkte befinden sich im Osten und Süden Deutschlands (Settele et al. 2005). Bundesweit gilt die Art aktuell als ungefährdet (Reinhardt & Bolz 2011).

Verbreitung in Baden-Württemberg: Der Malven-Dickkopffalter ist in Baden-Württemberg vor allem auf der Schwäbischen Alb und im Oberrheintal verbreitet. Daneben existieren jedoch auch vereinzelte Nachweise aus Oberschwaben mit Bodenseebecken, aus den Oberen Gäuen, aus dem Albvorland und aus den Kocher-Jagst-Ebenen (Ebert & Rennwald 1991b). Die Art ist als Falter nur schwer nachweisbar, wesentlich einfacher gestaltet sich die Suche nach den Blatttüten der Raupen (G. Hermann, mündl.). Möglicherweise ist C. alceae also weiter verbreitet, jedoch mit Sicherheit nicht überall vorkommend.

Habitatansprüche: Besiedelt werden bevorzugt offene Lebensräume mit guten Beständen der Wirtspflanzen Malven (Malva spp.). Dies sind häufig Dämme, (Straßen-)Böschungen, Saumbereiche, Ruderalflächen, Weinbergslagen und saumreiche Halbtrockenrasen (Ebert & Rennwald 1991b).

Gefährdung/Schutz: RL BW: Gefährdet (Ebert et al. 2005). C. alceae gilt in Baden-Württemberg als gefährdet, wobei die tatsächliche Verbreitungs- und Bestandssituation noch nicht ausreichend geklärt ist. Die Zunahme von intensiver Mahd entlang von Straßenrändern und an Saumbereichen gefährdet die Larvalhabitate dieser Art. Zum Schutz von C. alceae sollten Säume, Böschungen und Dämme extensiv gepflegt, also nur sporadisch gemäht oder gemulcht werden, damit die Larven eine Chance haben sich zu entwickeln.

Eignung als Indikatorart: Der Malven-Dickkopffalter kann als Indikator für extensiv gepflegte Säume und Böschungen gelten.

Quellen für diese Seite:

Ebert, G. & E. Rennwald (Hrsg.) (1991b): Die Schmetterlinge Baden-Württembergs. Band 2, Tagfalter 2. Ulmer-Verlag (Stuttgart), 535 S.

Ebert, G., Hofmann, A., Meineke, J.-U., Steiner, A., R. trusch (2005): Rote Liste der Schmetterlinge (Macrolepidoptera) Baden-Württembergs (3. Fassung). In: Ebert, G. (Hrsg.): Die Schmetterlinge Baden-Württembergs. Band 10, Ergänzungsband. Ulmer-Verlag (Stuttgart), 110-133.

Reinhardt, R. & R. Bolz (2011): Rote Liste und Gesamtartenliste der Tagfalter (Rhopalocera) (Lepidoptera: Papilionoidea et Hesperioidea) Deutschlands. In: Bundesamt für Naturschutz (Hrsg.): Rote Liste gefährdeter Tiere, Pflanzen und Pilze Deutschlands - Band 3: Wirbellose Tiere (Teil 1). -  Naturschutz und Biologische Vielfalt 70 (3), 167-194.

Settele, J., Steiner, R., Reinhardt, R. & R. Feldmann (2005): Schmetterlinge - Die Tagfalter Deutschlands. Ulmer Verlag (Stuttgart), 256 S.

 

 

Carcharodus alceae auf einer mageren Böschung mit angrenzenden Feuchtbrachen in Oberschwaben (Inzigkofen), Juni 2009.

 

 

Weiterer Malven-Dickkopffalter an einem mageren Saumbereich in Südfrankreich (Côte d'Azur), August 2010.

 

 

Larve von C. alceae in der Blatttüte im Baar-Wutach-Gebiet, Oktober 2010.

 

 

Ei von C. alceae im Hegau (Singen am Hohentwiel), August 2013.

 

 

Blatttüte von C. alceae im Baar-Wutach-Gebiet, Oktober 2010.

 

 

Mit zahlreichen Eiern von C. alceae belegte Malve im Hegau (Singen am Hohentwiel), August 2013.

 

 

Larvalhabitat des Malven-Dickkopffalters am südlichen Oberrhein (Freiburg), malvenreiche Brachen und Säume.

 

 

Habitat von C. alceae am Rande der östlichen Schwäbischen Alb (Asselfingen), ein Halbtrockenrasen mit Malven-Vorkommen.

 

 

Ehemaliges Militärgelände am Bodensee (Konstanz-Wollmatingen), Habitat von C. alceae.

 

 

Schematische Verbreitung von C. alceae in Baden-Württemberg:

Dunkelblauer Bereich: Belegte Vorkommen

Grauer Bereich: Ehemalige Vorkommen (letztes Nachweisdatum)

Schwarze Punkte: Eigene Nachweise

 

Carcharodus flocciferus                                                   

Übersicht