Bombina variegata (Gelbbauchunke) (Linnaeus, 1758)

 

Verbreitung in Deutschland: Bombina variegata ist ausschließlich in Süd- und Mitteldeutschland verbreitet, im Norden fehlt sie ganz. Die nördliche Verbreitungsgrenze verläuft durch Thüringen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Hier sind die Vorkommen meist zersplittert und isoliert, Richtung Süden wird das Verbreitungsbild dann immer zusammenhängender.

Verbreitung in Baden-Württemberg: Die Gelbbauchunke ist in Baden-Württemberg weit verbreitet und außerhalb der Mittelgebirge (Schwarzwald und Schwäbische Alb) überall anzutreffen. Verbreitungsschwerpunkte sind hierbei die Oberrheinebene, das Kraichgau, das Albvorland, die Keuperwaldberge und Bereiche von Oberschwaben (Donautal, Bodenseebecken). Hier existieren allerdings auch größere Verbreitungslücken etwa im Allgäu.

Habitatansprüche: Auch B. variegata war ehemals eine Art der natürlichen Flussauen, die temporäre Überschwemmungszonen zur Reproduktion nutzte. Da diese Habitate heutzutage prinzipiell nicht mehr existieren, weicht auch die Gelbbauchunke vermehrt auf Sekundärlebensräume wie Kiesgruben oder Steinbrüche aus. Weitere geeignete Habitate findet die Art innerhalb von Wäldern in besonnten Fahrrinnen und Wegrandgräben. Zur Reproduktion müssen diese Gewässer von temporärem Charakter, gut besonnt, von geringem Bewuchs und prädatorenarm sein.

Gefährdung/Schutz: RL BW: Stark gefährdet. Die Gelbbauchunke ist in Baden-Württemberg stark gefährdet, da die oben beschriebenen Habitate und Reproduktionsgewässer in der heutigen Kulturlandschaft kaum noch vorhanden sind und noch seltener neu entstehen. Die recht immobile Art ist zudem auf eine gute Vernetzung ihrer Habitate angewiesen. Zum Schutz der Gelbbauchunke müssen fortlaufend, z.B. durch Einsatz schwerer Forstmaschinen und Verzicht auf Befestigung von Waldpfaden mit Schotter, neue temporäre Klein- und Kleinstgewässer geschaffen werden. Ähnlich wie bei Kreuz- und Wechselkröte dürfen auch für diese Art aus der Nutzung heraus genommene Kiesgruben und Steinbrüche nicht verfüllt oder rekultiviert werden, sondern sollten durch Pflegemaßnahmen offen gehalten werden. Da die Gelbbauchunke in Baden-Württemberg einen Verbreitungsschwerpunkt besitzt, hat das Land eine besondere Schutzverantwortung für den Erhalt dieser Art.

Eignung als Indikatorart: B. variegata ist ein guter Indikator für temporäre, besonnte und prädatorenarme Kleingewässer und für naturnahe erhaltene Flussauen.

 

 

Bombina variegata in einem Überschwemmungsbereich der Schaich-Aue im Albvorland (NSG Schaichtal), Mai 2008.

 

 

Sogenannte Kahnstellung (Abwehrstellung) der Gelbbauchunke im Albvorland (Dettenhausen), April 2008.

 

 

Fast fertig entwickelte Larve der Gelbbauchunke in einer Fahrspur im Albvorland (NSG Schaichtal), September 2008.

 

 

Kaulquappe von B. variegata in einem Kiesgrubengewässer in Oberschwaben (Baltringen), September 2010.

 

 

Dieses auch von der Kreuzkröte besiedelte Gewässer in Oberschwaben (Baltringen) wird auch von der Gelbbauchunke zur Reproduktion genutzt.

 

 

Typisches wegbegleitendes Rinnsal im Rammert im Albvorland (Hemmendorf) als Reproduktionshabitat für die Gelbbauchunke.

 

 

Schematische Verbreitung von B. variegata in Baden-Württemberg:

Dunkelblauer Bereich: Belegte Vorkommen

 

Alytes obstetricans, Bufo bufo                                                      

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