Lissotriton (Triturus) helveticus (Fadenmolch) (Razoumowsky, 1789)

Verbreitung in Deutschland: Lissotriton helveticus erreicht in Deutschland die Ostgrenze seines Verbreitungsgebietes. Deshalb ist die Art hier primär im westlichen Deutschland vom Norden bis in den Süden anzutreffen (Rimpp 2007). Im Norden erreicht der Fadenmolch die Hansestadt Hamburg und fast die Ostseeküste. Richtung Osten dringt er bis nach Sachsen-Anhalt und Sachsen vor, wo er mittlerweile die bundesdeutsche Grenze erreicht. Aus Brandenburg und großen Teilen Mecklenburg-Vorpommerns wurden bisher keine Nachweise bekannt (Online). Bundesweit gilt die Art als ungefährdet (Kühnel et al. 2009).

Verbreitung in Baden-Württemberg: Auch in Baden-Württemberg ist der Fadenmolch primär in der Westhälfte des Bundeslandes verbreitet. Die größte Verbreitungsdichte erreicht er in der Oberrheinebene und im Schwarzwald. Von diesen Regionen strahlen die Vorkommen bis in den Kraichgau, das Tauberland, das Albvorland, die Keuperwaldberge und die Schwäbische Alb ein. Keinerlei Nachweise sind dagegen aus Oberschwaben mitsamt Bodenseebecken bekannt (Rimpp 2007).

Habitatansprüche: L. helveticus zeigt eine deutlich Bindung an Waldhabitate. In diesen kann die Art eine Reihe von Gewässern zur Reproduktion nutzen. So findet man sie in Wegrandgräben ebenso wie in größeren Teichen und Seen. Eine Bevorzugung besteht jedoch für kühle, teilbeschattete und überwiegend klare Kleingewässer. Der Fadenmolch ist damit eine Art, die nicht unter der Sukzession und Verschattung der Gewässer leidet. Möglicherweise ist er bereichsweise in Ausbreitung Richtung Osten begriffen (Rimpp 2007).

Gefährdung/Schutz: RL BW: Ungefährdet (Rimpp 2007). Aufgrund seiner Anspruchslosigkeit bezüglich der Laichgewässer und dem großen Angebot an teilbeschatteten Waldweihern ist der Fadenmolch aktuell ungefährdet.

Eignung als Indikatorart: L. helveticus besitzt keine besondere Indikatorqualität.

Bestimmung: Männchen des Fadenmolchs sind vor allem in Wassertracht aufgrund ihres namensgebenden Schwanzfadens und der flossenartig verbreiterten Hinterfüße eindeutig zu identifizieren. Weibchen sehen dagegen den Weibchen des Teichmolchs (Lissotriton vulgaris) sehr ähnlich. Sie besitzen allerdings fast immer zwei recht auffällige Höcker an der Ferse der Hinterfüße, die den Teichmolchweibchen fehlen. Larven des Fadenmolchs sind nicht sicher von denjenigen des Teichmolchs zu trennen.

Quellen für diese Seite:

Kühnel, K.-D.; Geiger, A.; Laufer, H.; Podloucky, R. & M. Schlüpmann (2009): Rote Liste und Gesamtartenliste der Lurche (Amphibia) und Kriechtiere (Reptilia) Deutschlands [Stand Dezember 2008]. In: Haupt, H.; Ludwig, G.; Gruttke, H.; Binot-Hafke, M.; Otto, C. & A. Pauly (Red.) (2009): Rote Liste gefährdeter Tiere, Pflanzen und Pilze Deutschlands. Band 1: Wirbeltiere. Bundesamt für Naturschutz: Naturschutz und biologische Vielfalt 70 (1).

Rimpp, K. (2007): Fadenmolch - Triturus helveticus (Razoumowsky, 1789). In: Laufer, H.; Fritz, K. & P. Sowig (Hrsg.): Die Reptilien und Amphibien Baden-Württembergs. Ulmer Verlag (Stuttgart), 223-236.

 

Weiblicher Fadenmolch (Lissotriton helveticus) am Laichgewässer im Albvorland (NSG Schaichtal), März 2008.

 

Männlicher L. helveticus am Laichgewässer im Albvorland (NSG Schaichtal), März 2008.

 

Männchen des Fadenmolchs in Wassertracht im Albvorland (Waldenbuch) mit auffälligem Schwanzfaden und zu Flossen verbreiterten Hinterfüßen, März 2014.

 

Weibchen des Fadenmolchs in Wassertracht im Albvorland (Waldenbuch), März 2014.

 

Weiteres Weibchen von L.. helveticus, eine sichere Unterscheidung vom Teichmolch (Lissotriton vulgaris) ist mittels der Fersenhöcker auf der Hinterfuß-Unterseite möglich.

 

Larve des Fadenmolchs im Albvorland (Waldenbuch), Juli 2014.

 

Teich in der Talaue des NSG Schaichtal (Albvorland), Reproduktionsgewässer des Fadenmolchs.

 

Der Fadenmolch kommt fast immer sympatrisch mit dem Bergmolch vor, so auch in diesem Tümpel im Albvorland (Waldenbuch).

 

Schematische Verbreitung von L. helveticus in Baden-Württemberg:

Dunkelblauer Bereich: Belegte Vorkommen

Schwarze Punkte: Eigene Nachweise Stand 2020

 

Salamandra atra, Salamandra salamandra, Ichthyosaura alpestris, Triturus cristatus, Lissotriton helveticus, Lissotriton vulgaris, Alytes obstetricans, Bombina variegata, Bufo bufo, Epidalea calamita, Bufotes viridis, Pelobates fuscus, Hyla arborea, Rana temporaria, Rana dalmatina, Rana arvalis, Pelophylax esculentus, Pelophylax lessonae, Pelophylax ridibundus                                                     

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