Lestes dryas (Glänzende Binsenjungfer) (Kirby, 1890)

 

Verbreitung in Deutschland: Lestes dryas kann in ganz Deutschland, jedoch meist weit verstreut und vereinzelt, angetroffen werden. War die Art früher im Süden Deutschlands häufiger als im Norden(Sternberg & Buchwald 1999), liegen aus neuerer Zeit viele Nachweise aus der norddeutschen Tiefebene vor (Willigalla 2015). Deutschlandweit gilt die Art als gefährdet (Ott et al. 2015).

Verbreitung in Baden-Württemberg: Die Glänzende Binsenjungfer war einst in Baden-Württemberg recht weit verbreitet und vor allem in Oberschwaben, in den Oberen Gäuen, auf der östlichen Albhochfläche und in der Kocher-Jagst-Region regelmäßig anzutreffen. Allerdings scheint die Art besonders in neuerer Zeit rückläufig. So sind fast alle ehemaligen Fundorte in Oberschwaben, auf der Ostalb und im Südteil der Oberen Gäue aktuell verwaist. Wenige Vorkommen existieren dagegen in den nördlichen Oberen Gäuen und in der Oberrheinebene, zusammenhängende Metapopulationen bestehen in der Kocher-Jagst-Region und im angrenzenden Bayern (Hunger et al. 2006).

Habitatansprüche: L. dryas besiedelt ähnliche Habitate wie L. barbarus. Auch diese Art ist regelmäßig an besonnten Flachgewässern, an Verlandungszonen größerer Stillgewässer und in wechselfeuchten, mit Gräben durchzogenen Streu- und Nasswiesen anzutreffen (Sternberg & Buchwald 1999).

Gefährdung/Schutz: RL BW: Stark gefährdet (Hunger & Schiel 2006). Die Glänzende Binsenjungfer war besonders in den letzten Jahrzehnten in Baden-Württemberg stark rückläufig und muss daher aktuell als stark gefährdet angesehen werden. Besonders aufkommendes Sukzessionsgehölz an den Gewässerufern, das zu einer Verschattung der Gewässer führt, gefährdet zahlreiche Vorkommen der Art. Daneben sind besonnte Temporärgewässer und extensiv genutzte, von Gräben durchzogene Streu- und Nasswiesen weiterhin rückläufig. Zum Schutz der Art müssen von Sukzession bedrohte Gewässer durch Pflegemaßnahmen offen gehalten werden.

Eignung als Indikatorart: L. dryas ist ebenfalls ein sehr guter Indikator für temporäre Flachgewässer und von Gräben durchzogene Streu- und Nasswiesen.

Quellen für diese Seite:

Hunger, H. & F.-J. Schiel (2006): Rote Liste der Libellen Baden-Württembergs und der Naturräume, Stand November 2005 (Odonata). – Libellula Supplement 7: 3-14.

Hunger, H., F.-J. Schiel & B. Kunz (2006): Verbreitung und Phänologie der Libellen Baden-Württembergs (Odonata). – Libellula Supplement 7: 15-184.

Ott, J.; Conze, K.-J.; Günther, A.; Lohr, M.; Mauersberger, R.; Roland, H.-J. & F. Suhling (2015): Rote Liste und Gesamtartenliste der Libellen Deutschlands mit Analyse der Verantwortlichkeit, dritte Fassung, Stand Anfang 2012 (Odonata). - Libellula Supplement 14, 395-422.

Sternberg, K. & R. Buchwald (Hrsg.) (1999): Die Libellen Baden-Württembergs – Band 1, Allgemeiner Teil, Kleinlibellen (Zygoptera). – Ulmer-Verlag (Stuttgart), 468 S.

Willigalla, C. (2015): Lestes dryas (Kirby, 1890). - Libellula Supplement 14: 30-33.

 

 

Weibchen von Lestes dryas an einem besonnten Stillgewässer in den Oberen Gäuen (Ammerbuch), Juli 2009.

 

 

Männchen der Glänzenden Binsenjungfer aus den Oberen Gäuen (Ammerbuch), Juli 2009.

 

 

Älteres Männchen von L. dryas an einem Temporärgewässer im Albvorland (Rottenburg-Wurmlingen), August 2012.

 

 

Weiteres Männchen der Glänzenden Binsenjungfer im Albvorland (Rottenburg-Wurmlingen), August 2012.

 

 

Kiebitz-Blänke im Neckartal bei Rottenburg-Wurmlingen als Habitat der Glänzenden Binsenjungfer.

 

 

Schematische Verbreitung von L. dryas in Baden-Württemberg:

Dunkelblauer Bereich: Belegte Vorkommen

Grauer Bereich: Ehemalige Vorkommen

Schwarze Punkte: Eigene Nachweise

 

Lestes barbarus, Lestes sponsa                                                   

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