Chazara briseis (Berghexe) (Linnaeus, 1764)
Verbreitung in Deutschland: Chazara briseis ist noch in einigen Bundesländern Süd- und Westdeutschlands verbreitet. Während die Art in Niedersachsen, Sachsen und im Saarland ausgestorben ist, ist sie in Thüringen, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Bayern und Baden-Württemberg vom Aussterben bedroht. Allein in Sachsen-Anhalt wird die Berghexe noch als stark gefährdet eingestuft.
Verbreitung in Baden-Württemberg: C. briseis war einst weiter in den Kalk-Magerrasen-Landschaften Baden-Württembergs verbreitet. So kam die Art in weiten Bereichen der Schwäbischen Alb und in den Oberen Gäuen vor. Heutzutage existieren nur noch kleinräumige Vorkommen im Osten der Schwäbischen Alb und im etwas weiter nördlich liegenden östlichen Albvorland (Umgebung Bopfingen).
Habitatansprüche: Die Berghexe benötigt kurzrasige, xerotherme und sehr lückige Magerrasen, die regelmäßig durch Schafbeweidung offen und kurz gehalten werden. Häufig sind derartige Magerrasen auch mit Steinen, Geröll und Felsen durchsetzt. Die Art hat einen sehr hohen Flächenanspruch, kleinräumige Habitate werden nicht besiedelt. Die Raupe frisst an xerothermen Stellen an verschiedenen Süßgräsern wie Aufrechter Trespe (Bromus erectus) oder Schafschwingel (Festuca ovina).
Gefährdung/Schutz: RL BW: Vom Aussterben bedroht. C. briseis ist in Mitteleuropa abhängig von einer regelmäßig und intensiv durchgeführten Wanderschäferei. Auf diese Weise wird die Vegetation kurzrasig und lückig gehalten (Abfressen und Vertritt). Die größte Gefährdung für die Art ist das zunehmende Brachfallen der Magerrasen-Standorte mit Verfilzung und anschließender Sukzession. Unter diesen Umständen verschwindet die Berghexe sehr schnell. Offenbodenstellen können auch mittels kontrollierter Brände geschaffen werden.
Eignung als Indikatorart: C. briseis ist ein ausgezeichneter Indikator für lückige, kurzrasige und felsige Magerrasen.
Chazara briseis im Östlichen Albvorland (Bopfingen), August 2010.

Weitere C. briseis im Östlichen Albvorland (Bopfingen), August 2010.

Heller gefärbtes Exemplar von C. briseis in Südfrankreich (Hâute Provence), August 2009.

Habitat der Berghexe im Östlichen Albvorland (Bopfingen), ein offener, kurzrasiger, mit Felsen durchsetzter Magerrasen.

Weiteres Habitat von C. briseis auf der Ostalb (Eselsburg).

Schematische Verbreitung von C. briseis in Baden-Württemberg:
Dunkelblauer Bereich: Belegte Vorkommen
