Lasiommata megera (Mauerfuchs) (Linnaeus, 1767)

 

Verbreitung in Deutschland: Lasiommata megera ist in ganz Deutschland verbreitet und meist ungefährdet. Allein in Schleswig-Holstein wird die Art als gefährdet eingestuft (Settele et al. 2005). Bundesweit gilt die Art aktuell als ungefährdet (Reinhardt & Bolz 2011).

Verbreitung in Baden-Württemberg: Der Mauerfuchs ist eine der wenigen Arten, die sich in den letzten Jahrzehnten ausbreiten konnten. Möglicherweise ist hierfür die schleichende Klimaerwärmung verantwortlich. Heutzutage kann die Art neben den Hauptverbreitungsräumen Oberrheinebene, Kraichgau, Albvorland und Tauberland auch in Bereichen der Schwäbischen Alb, des Südschwarzwaldes und Oberschwabens angetroffen werden (Online).

Habitatansprüche: L megera besiedelt bevorzugt felsige Habitate wie Steinbrüche, lückige und steinige Magerrasen, natürliche Felsstandorte oder extensiv genutzte Weinberge. Die Raupe lebt an verschiedenen Gräsern (Ebert & Rennwald 1991b). In jüngerer Zeit dringt die Art allerdings auch immer mehr in eher mesophile Landschaftselemente, beispielsweise extensiv genutzte Streuobstwiesen oder Kleingärten vor. Die Larvalhabitate finden sich hier an mikroklimatisch begünstigten Stellen wie z.B. an Holzpoltern, Böschungskanten, Felsüberhängen oder am Fuße von Obstbäumen (Online).

Gefährdung/Schutz: RL BW: Vorwarnliste (Ebert et al. 2005). Für den Mauerfuchs geht eine Gefährdung vom zunehmenden Zuwachsen lückiger, steiniger oder felsiger Offenstandorte aus. Während der letzten Jahre schien die Art jedoch auch bereichsweise mit mesophileren Habitaten zurecht zu kommen, die möglicherweise in wärmebegünstigten Regionen an Wichtigkeit gewinnen könnten.

Eignung als Indikatorart: L. megera kann als Indikator felsiger Offenstandorte gelten.

Quellen für diese Seite:

Ebert, G. & E. Rennwald (Hrsg.) (1991b): Die Schmetterlinge Baden-Württembergs. Band 2, Tagfalter 2. Ulmer-Verlag (Stuttgart), 535 S.

Ebert, G., Hofmann, A., Meineke, J.-U., Steiner, A., R. trusch (2005): Rote Liste der Schmetterlinge (Macrolepidoptera) Baden-Württembergs (3. Fassung). In: Ebert, G. (Hrsg.): Die Schmetterlinge Baden-Württembergs. Band 10, Ergänzungsband. Ulmer-Verlag (Stuttgart), 110-133.

Reinhardt, R. & R. Bolz (2011): Rote Liste und Gesamtartenliste der Tagfalter (Rhopalocera) (Lepidoptera: Papilionoidea et Hesperioidea) Deutschlands. In: Bundesamt für Naturschutz (Hrsg.): Rote Liste gefährdeter Tiere, Pflanzen und Pilze Deutschlands - Band 3: Wirbellose Tiere (Teil 1). -  Naturschutz und Biologische Vielfalt 70 (3), 167-194.

Settele, J., Steiner, R., Reinhardt, R. & R. Feldmann (2005): Schmetterlinge - Die Tagfalter Deutschlands. Ulmer Verlag (Stuttgart), 256 S.

 

 

Lasiommata megera sich sonnend auf einer Magerwiese im Albvorland (NSG Schaichtal), September 2008.

 

 

Weiterer Mauerfuchs aus den Oberen Gäuen (Nagold), Juli 2011.

 

 

L. megera an Herbstzeitlose saugend im Albvorland (NSG Schaichtal), Oktober 2008.

 

 

L. megera auf in der Sonne lagernden Holzstämmen auf einer Waldschneise im Albvorland (NSG Schaichtal), Juli 2008.

 

 

L. megera an Rotklee saugend auf einem Halbtrockenrasen im Albvorland (Schönaich), September 2011.

 

 

Präpuppe von L. megera unter einem Lesestein in einem Weinbaugebiet im Albvorland (Wurmlingen), April 2016.

 

 

Puppe von L. megera auf einem Steinbruch im Albvorland (Pfrondorf), Mai 2009.

 

 

Recht typisches Habitat des Mauerfuchses im Albvorland (Waldenbuch), mittleres Grünland mit sonnenexponierten Holzpoltern.

 

 

Halbtrockenrasen-Hang mit eingestreuten Kleinstrukturen wie Lesesteinmauern oder Holzpolter - Optimalhabitat des Mauerfuchs im Albvorland (Schönaich).

 

 

Typische Eiablagestelle des Mauerfuchses an Gräsern wind- und regengeschützt durch den überhängenden Felsen in den Oberen Gäuen (Lehenweiler).

 

 

Schematische Verbreitung von L. megera in Baden-Württemberg:

Dunkelblauer Bereich: Belegte Vorkommen

Schwarze Punkte: Eigene Nachweise

 

Pararge aegeria, Lasiommata maera                                                     

Übersicht