Erebia meolans (Gelbbindiger Mohrenfalter) (De Prunner, 1798)
Verbreitung in Deutschland: Erebia meolans ist in Deutschland auf den Süden beschränkt. Hier tritt die Art in Bayern und Baden-Württemberg auf, deutlich seltener sind die Vorkommen in Rheinland-Pfalz und in Hessen. Im Thüringer Wald ist die Art wahrscheinlich ausgestorben.
Verbreitung in Baden-Württemberg: Der Gelbbindige Mohrenfalter ist in seiner baden-württembergischen Verbreitung ganz auf den Schwarzwald beschränkt. Vereinzelte Meldungen existieren nur aus den angrenzenden Regionen des Baar-Wutach-Gebietes. Im Schwarzwald werden vor allem die höheren Lagen des nördlichen und südlichen Schwarzwaldes besiedelt, in den tieferen Lagen sind eindeutige Rückgangstendenzen zu beobachten.
Habitatansprüche: E. meolans besiedelt bevorzugt Waldlückensysteme mit den entsprechenden Freiflächen wie Lichtungen, Schneisen, Kahlschläge, Sturmwurfflächen oder breite Waldwege und -säume. Hier werden besonders gerne felsige und offenbodenreiche Stellen besiedelt. In diesen Habitaten lebt die Raupe an verschiedenen Gräsern wie etwa Borstgras (Nardus stricta), Geschlängelter Schmiele (Deschampsia flexuosa) oder Schaf-Schwingel (Festuca ovina).
Gefährdung/Schutz: RL BW: Ungefährdet. Im Schwarzwald ist der Gelbbindige Mohrenfalter aktuell noch weit verbreitet und in manchen Regionen durchaus häufig anzutreffen. Allerdings sind durchaus rückläufige Tendenzen in den tieferen und äußeren Lagen des doch recht kleinen Verbreitungsgebietes erkennbar. Möglicherweise kann auch diese Erebia-Art nur in den klimatisch besser geeigneten höheren Lagen auf Dauer überleben. Außerdem trägt die aktuelle Waldnutzungsform mit dichtem Kronenschluss und Verdunkelung der Wälder erheblich zum Rückgang dieser Art bei. Zum Schutz von E. meolans sollten Wald-Offenland-Ökotone erhalten bleiben und die Wälder allgemein lichter gestaltet werden.
Eignung als Indikatorart: E. meolans ist ein guter Indikator für lichte Waldstrukturen in montan geprägten Regionen.
Erebia meolans auf einer Freifläche am Rande eines Hochmoores im Südschwarzwald (Hinterzarten), Mai 2011.

Habitat von E. meolans, breite Waldsaumstruktur mit Offenbodenflächen im Südschwarzwald (Rötenbach).

Weiteres Habitat des Gelbbindigen Mohrenfalters im Südschwarzwald (Hinterzarten), eine Waldschneise mit lückiger Bodendeckung.

Schematische Verbreitung von E. meolans in Baden-Württemberg:
Dunkelblauer Bereich: Belegte Vorkommen
