Erebia meolans (Gelbbindiger Mohrenfalter) (De Prunner, 1798)

 

Verbreitung in Deutschland: Erebia meolans ist in Deutschland auf den Süden beschränkt. Hier tritt die Art in Bayern und Baden-Württemberg auf, deutlich seltener sind die Vorkommen in Rheinland-Pfalz und in Hessen. Im Thüringer Wald ist der Gelbbindige Mohrenfalter wahrscheinlich ausgestorben (Settele et al. 2005). Bundesweit gilt die Art aktuell als gefährdet (Reinhardt & Bolz 2011).

Verbreitung in Baden-Württemberg: Der Gelbbindige Mohrenfalter ist in seiner baden-württembergischen Verbreitung ganz auf den Schwarzwald beschränkt. Vereinzelte Meldungen existieren nur aus den angrenzenden Regionen des Baar-Wutach-Gebietes (Ebert & Rennwald 1991b). Im Schwarzwald werden vor allem die höheren Lagen des nördlichen und südlichen Schwarzwaldes besiedelt, in den tieferen Lagen sind eindeutige Rückgangstendenzen zu beobachten.

Habitatansprüche: E. meolans besiedelt bevorzugt Waldlückensysteme mit den entsprechenden Freiflächen wie Lichtungen, Schneisen, Kahlschläge, Sturmwurfflächen oder breite Waldwege und -säume. Hier werden besonders gerne felsige und offenbodenreiche Stellen besiedelt. In diesen Habitaten lebt die Raupe an verschiedenen Gräsern wie etwa Borstgras (Nardus stricta), Geschlängelter Schmiele (Deschampsia flexuosa) oder Schaf-Schwingel (Festuca ovina) (Ebert & Rennwald 1991b).

Gefährdung/Schutz: RL BW: Ungefährdet (Ebert et al. 2005). Im Schwarzwald ist der Gelbbindige Mohrenfalter aktuell noch weit verbreitet und in manchen Regionen durchaus häufig anzutreffen. Allerdings sind rückläufige Tendenzen in den tieferen und randlichen Lagen des doch recht kleinen Verbreitungsgebietes erkennbar. Möglicherweise kann auch diese Erebia-Art nur in den klimatisch besser geeigneten höheren Lagen auf Dauer überleben. Außerdem trägt die aktuelle Waldnutzungsform mit dichtem Kronenschluss und Verdunkelung der Wälder erheblich zum Rückgang dieser Art bei. Zum Schutz von E. meolans sollten Wald-Offenland-Ökotone erhalten bleiben und die Wälder allgemein lichter gestaltet werden.

Eignung als Indikatorart: E. meolans ist ein guter Indikator für lichte Waldstrukturen in montan geprägten Regionen.

Bestimmung: Eine Verwechslung mit dem Rundaugen-Mohrenfalter (Erebia medusa) ist möglich. Im Gegensatz zu diesem ist die Hinterflügel-Unterseite bei E. meolans unterschiedlich braun gefärbt und die Augenflecken befinden sich am äußeren Rand der orangenen Binde.

Quellen für diese Seite:

Ebert, G. & E. Rennwald (Hrsg.) (1991b): Die Schmetterlinge Baden-Württembergs. Band 2, Tagfalter 2. Ulmer-Verlag (Stuttgart), 535 S.

Ebert, G., Hofmann, A., Meineke, J.-U., Steiner, A., R. trusch (2005): Rote Liste der Schmetterlinge (Macrolepidoptera) Baden-Württembergs (3. Fassung). In: Ebert, G. (Hrsg.): Die Schmetterlinge Baden-Württembergs. Band 10, Ergänzungsband. Ulmer-Verlag (Stuttgart), 110-133.

Reinhardt, R. & R. Bolz (2011): Rote Liste und Gesamtartenliste der Tagfalter (Rhopalocera) (Lepidoptera: Papilionoidea et Hesperioidea) Deutschlands. In: Bundesamt für Naturschutz (Hrsg.): Rote Liste gefährdeter Tiere, Pflanzen und Pilze Deutschlands - Band 3: Wirbellose Tiere (Teil 1). -  Naturschutz und Biologische Vielfalt 70 (3), 167-194.

Settele, J., Steiner, R., Reinhardt, R. & R. Feldmann (2005): Schmetterlinge - Die Tagfalter Deutschlands. Ulmer Verlag (Stuttgart), 256 S.

 

 

Erebia meolans auf einer Freifläche am Rande eines Hochmoores im Südschwarzwald (Hinterzarten), Mai 2011.

 

 

Habitat von E. meolans, breite Waldsaumstruktur mit Offenbodenflächen im Südschwarzwald (Rötenbach).

 

 

Weiteres Habitat des Gelbbindigen Mohrenfalters im Südschwarzwald (Hinterzarten), eine Waldschneise mit lückiger Bodendeckung.

 

 

Schematische Verbreitung von E. meolans in Baden-Württemberg:

Dunkelblauer Bereich: Belegte Vorkommen

Schwarze Punkte: Eigene Nachweise

 

Erebia medusa, Minois dryas                                                     

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