Gynaephora selenitica (Mondfleck-Bürstenspinner) (Esper, 1783)

 

Verbreitung in Deutschland: Gynaephora selenitica ist in Deutschland nur stellenweise verbreitet und meist selten.

Verbreitung in Baden-Württemberg: Der Mondfleck-Bürstenspinner kommt in Baden-Württemberg in zwei disjunkten Teilarealen vor. Das weitaus größere wird im Nordosten Baden-Württembergs im Tauberland besiedelt. In Oberschwaben existieren dagegen nur zwei Nachweisgebiete im NSG Wildes Ried im Federseebecken und im NSG Fetzachmoos bei Isny. Andere ehemalige Vorkommen im südlichen Odenwald und in den Keuperwaldbergen können heutzutage als erloschen gelten.

Habitatansprüche: Ebenso disjunkt wie ihre Verbreitung sind die von G. selenitica besiedelten Habitate. Im Tauberland kommt die Art ausschließlich auf kalkreichen Halbtrockenrasen vor, während in Oberschwaben Calluna-reiche Hochmoore besiedelt werden. Die Raupe ist recht polyphag und befrisst neben verschiedenen Sträuchern auch krautige Pflanzen wie Schlehe (Prunus spinosa) oder Heidekraut (Calluna vulgaris).

Gefährdung/Schutz: RL BW: Stark gefährdet. Aufgrund der geringen Anzahl an aktuellen Fundorten gilt der Mondfleck-Bürstenspinner in Baden-Württemberg als stark gefährdet. Da die Art stark in ihrer Häufigkeit schwankt (möglicherweise durch Witterung bedingt), ist sie auf großflächige Habitatkomplexe angewiesen, um so eventuelle Ausfälle kompensieren zu können. Durch Flächenverlust (Intensivierung, Aufforstung, Nutzungsaufgabe, Trockenlegung) ist G. selenitica deshalb besonders gefährdet. Um die Art wirksam zu schützen, müssen die großflächigen Halbtrockenrasen-Komplexe im Tauberland bei extensiver Nutzung genauso erhalten werden wie die letzten großen Hochmoor-Komplexe Oberschwabens.

Eignung als Indikatorart: G. selenitica kann als sehr guter Indikator großflächiger, kalkreicher Halbtrockenrasen und Hochmoor-Komplexe gelten.

 

 

Weibchen von Gynaephora selenitica im Hochmoorkomplex des Federseebeckens (NSG Wildes Ried), Juni 2010.

 

 

Raupe des Mondfleck-Bürstenspinners am Federsee, September 2007.

 

 

Habitat von G. selenitica in Oberschwaben (NSG Wildes Ried), ein verheidetes Hochmoor.

 

 

Schematische Verbreitung von G. selenitica in Baden-Württemberg:

Dunkelblauer Bereich: Belegte Vorkommen

Grauer Bereich: Ehemalige Vorkommen (letztes Nachweisdatum)

Schwarze Punkte: Eigene Nachweise

 

Lemonia dumi, Lasiocampa trifolii                                                   

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