Lemonia dumi (Habichtskraut-Wiesenspinner) (Linnaeus, 1761)

 

Verbreitung in Deutschland: Lemonia dumi ist in Deutschland spärlich verbreitet und im Süden häufiger als im Norden.

Verbreitung in Baden-Württemberg: Besiedelt werden verschiedene Teilareale in Baden-Württemberg. Die besten Vorkommen des Habichtskraut-Wiesenspinners befinden sich aktuell im Tauberland, wo noch von Metapopulationen gesprochen werden kann. Daneben existieren kleinere Populationen in den Oberen Gäuen (Heckengäu, Baar-Wutach-Gebiet) und am südlichen Oberrhein (Kaiserstuhl). Dass die ehemaligen Bestände am nördlichen Oberrhein bei Karlsruhe und in Oberschwaben bei Biberach noch existieren, ist eher unwahrscheinlich.

Habitatansprüche: Da die Larvalhabitate noch nicht eindeutig geklärt sind und Nachweise der Art meist über gezüchtete lockende Weibchen zustande kommen, ist auch über die Habitate allgemein noch recht wenig bekannt. Die Männchen fliegen meist in extensiv genutzten, frischen Streuobstwiesen, aber auch in Salbei-Glatthaferwiesen und Halbtrockenrasen (Wacholderheiden) an. In Oberschwaben werden auch Feuchtwiesen und Niedermoore als (ehemalige) Habitate genannt. Die Raupen fressen an recht häufigen Pflanzen wie z.B. Wiesen-Löwenzahn (Taraxacum officinale), Wiesen-Schafgarbe (Achillea millefolium), Wegwarte (Cichorium intybus) oder Kleinem Habichtskraut (Hieracium pilosella).

Gefährdung/Schutz: RL BW: Stark gefährdet. Der Habichtskraut-Wiesenspinner ist in Baden-Württemberg mittlerweile eine Toprarität und gilt als stark gefährdet. Der starke Rückgang der Art ist wahrscheinlich auf die Intensivierung der Grünlandnutzung durch Düngung und Mahd zurück zu führen. Vor allem der Verlust extensiv genutzter Streuobstwiesen und Feuchtwiesen (in Oberschwaben) hat zu dieser starken Gefährdung beigetragen. L. dumi kann durch Erhalt extensiver Wiesenbewirtschaftung sowohl im Bereich des mittleren Grünlandes als auch auf Halbtrockenrasen gefördert werden.

Eignung als Indikatorart: Da die Habitatansprüche von L. dumi noch nicht vollständig geklärt sind, ist eine Einstufung als Indikatorart schwierig. Jedenfalls kommt die Art nur noch auf wenigen extensiv genutzten Streuobstwiesen und Halbtrockenrasen vor.

 

 

Männchen von Lemonia dumi aus dem Baar-Wutach-Gebiet (Untermettingen), Oktober 2010.

 

 

Zwei Männchen im Anflug auf ein lockendes Weibchen (im Vordergrund) im Baar-Wutach-Gebiet (Untermettingen), Oktober 2010.

 

 

Lockendes Weibchen im niedrigen Gras im Baar-Wutach-Gebiet (Untermettingen), Oktober 2010.

 

 

Eigelege aus der Zucht von einem Weibchen, das im Heckengäu (Gechingen) angeflogen wurde, Februar 2012.

 

 

Halbtrockenrasen im Baar-Wutach-Gebiet (Untermettingen), hier fliegt auch noch L. dumi.

 

 

Halbtrockenrasen in den Oberen Gäuen (Gechingen), eines der letzten L. dumi-Habitate im Heckengäu.

 

 

Schematische Verbreitung von L. dumi in Baden-Württemberg:

Dunkelblauer Bereich: Belegte Vorkommen

Grauer Bereich: Ehemalige Vorkommen (letztes Nachweisdatum)

Schwarze Punkte: Eigene Nachweise

 

Endromis versicolora, Gynaephora selenitica                                                   

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