Hyles euphorbiae (Wolfsmilchschwärmer) (Linnaeus, 1758)

 

Verbreitung in Deutschland: Hyles euphorbiae ist in ganz Deutschland verbreitet, allerdings in Norddeutschland deutlicher seltener als im Süden.

Verbreitung in Baden-Württemberg: Eindeutiger Verbreitungsschwerpunkt des Wolfsmilchschwärmers in Baden-Württemberg ist die Oberrheinebene mitsamt Kaiserstuhl. Daneben existieren eher kleine Vorkommen im Tauberland, auf der östlichen Albhochfläche und in den Oberen Gäuen. Wohl erloschen ist die Art bereits an den Hängen von Kocher und Jagst, im Kraichgau, im Albvorland, in weiten Bereichen der übrigen Albhochfläche sowie in Oberschwaben. 2011 konnte H. euphorbiae erstmal seit Jahrzehnten wieder im Heckengäu beobachtet werden.

Habitatansprüche: Auch diese recht anspruchsvolle Schwärmerart ist auf großflächige, xerotherme Habitatkomplexe aus Halbtrockenrasen, Sandmagerrasen, Dämmen und Böschungen sowie Lösshängen angewiesen. Daneben ist sie auch an Sonderstandorten wie Kiesgruben, Steinbrüchen oder Ruderalbrachen anzutreffen. Die Larve ernährt sich im xerothermen Mikroklima von verschiedenen Wolfsmilcharten (Euphorbia ssp.), besonders von Zypressen-Wolfsmilch (Euphorbia cyparissias).

Gefährdung/Schutz: RL BW: Gefährdet. Der einst häufige Wolfsmilchschwärmer ist in Baden-Württemberg deutlich rückläufig und wird deshalb folgerichtig als gefährdet eingestuft. Vor allem der großflächige Verlust von offenen, lückigen Halbtrockenrasen führt zu einer Verringerung des Angebots an potentiellem Larvalhabitat. Daneben erleidet die Art weitere Lebensraumverluste durch intensivierte Mahd von Böschungen und Dämmen, Eutrophierung und Isolierung. Zum Schutz des Wolfsmilchschwärmers muss ein Verbundnetz aus großflächigen Magerrasenkomplexen, wie sie heute nur noch in wenigen Regionen existieren, erhalten bzw. neu geschaffen werden.

Eignung als Indikatorart: H. euphorbiae ist ein guter Indikator für offene Halbtrockenrasen aller Art.

 

 

Hyles euphorbiae als Falter aus einer durchgezüchteten Raupe auf der Ostalb (Heidenheim), Juni 2011.

 

 

Raupe des Wolfsmilchschwärmers an ihrer Wirtspflanze fressend auf der Ostalb (Eselsburg), Juli 2010.

 

 

Oberansicht des selben Exemplars wie im vorigen Bild auf der Ostalb (Eselsburg), Juli 2011.

 

 

Fressende erwachsene Raupe aus den Oberen Gäuen (Aidlingen), Juli 2011.

 

 

Weitere Draufsicht einer Raupe aus den Oberen Gäuen (Aidlingen), Juli 2011.

 

 

Seitenansicht einer erwachsenen Raupe aus den Oberen Gäuen (Aidlingen), Juli 2011.

 

 

Weitere ausgewachsene Larve des Wolfsmilchschwärmers auf einem Halbtrockenrasen am östlichen Albtrauf (Unterkochen), Juli 2012.

 

 

Jüngere Raupe des Wolfsmilchschwärmers im Vorland der östlichen Alb (Bopfingen), August 2010.

 

 

Weitere Raupe von H. euphorbiae in einem Binnendünengebiet am nördlichen Oberrhein (Schwetzingen), September 2013.

 

 

Habitat von H. euphorbiae in den Oberen Gäuen (Aidlingen), ein offener Halbtrockenrasen.

 

 

Löss-Böschung am Kaiserstuhl (Altvogtsburg), auch hier fanden sich Raupen des Wolfsmilchschwärmers.

 

 

Sehr steile, südexponierte Schutthalde im Tauberland mit Vorkommen von H. euphorbiae.

 

 

Großflächiger Halbtrockenrasenkomplex auf der östlichen Alb bei Eselsburg (NSG Eselsburger Tal), Habitat des Wolfsmilchschwärmers.

 

 

Wacholderheide am östlichen Albtrauf (Unterkochen), ebenfalls Habitat von H. euphorbiae.

 

 

Schematische Verbreitung von H. euphorbiae in Baden-Württemberg:

Dunkelblauer Bereich: Belegte Vorkommen

Grauer Bereich: Ehemalige Vorkommen (letztes Nachweisdatum)

Schwarze Punkte: Eigene Nachweise

 

Macroglossum stellatarum, Deilephila elpenor                                                   

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