Argynnis paphia (Kaisermantel) (Linnaeus, 1758)

 

Verbreitung in Deutschland: Argynnis paphia ist in ganz Deutschland verbreitet und über weite Teile auch regelmäßig bis häufig anzutreffen. Richtung Norden wird die Art jedoch spärlicher und ist in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern gefährdet, in Schleswig-Holstein ist der Kaisermantel vom Aussterben bedroht.

Verbreitung in Baden-Württemberg: A. paphia kann in ganz Baden-Württemberg angetroffen werden und ist vor allem in den waldreichen Regionen häufig. Größere Verbreitungslücken bestehen höchstens in den großflächig landwirtschaftlich genutzten und waldarmen Gegenden des nördlichen Kraichgaus, des Neckartals und des Baulandes.

Habitatansprüche: Der Kaisermantel kann als echter Waldschmetterling gelten, der auch mit der aktuellen Hochwaldnutzung zurecht kommt. Dies liegt vor allem daran, dass die Eier auch an recht dunkle Waldsäume und in das Waldesinnere an Baumrinde abgelegt werden und die Larven hier halbschattig stehende Veilchen-Arten (Viola ssp.) fressen. Die Falter sind häufig entlang hochstauden- und blütenreicher Waldwege, an strukturreichen Waldrändern, auf Lichtungen, Kahlschlägen, Sturmwurfflächen und Waldwiesen anzutreffen. Gelegentlich ist die Art auch in Gärten und Parkanlagen anzutreffen.

Gefährdung/Schutz: RL BW: Ungefährdet. Zwar reagiert A. paphia deutlich weniger sensibel auf das Dunklerwerden der Wälder als viele Lichtwaldarten, jedoch sind auch bei dieser häufigen Art erste Rückgangstendenzen erkennbar. Der Kaisermantel leidet ebenfalls unter der Entsaumung der Wälder, der Hochwaldnutzung, dem Verzicht auf Kahlschläge und der Aufforstung von Waldwiesen.

Eignung als Indikatorart: Bisher ist A. paphia aufgrund seiner weiten Verbreitung in den heimischen Wäldern kein geeigneter Indikator.

 

 

Männlicher Argynnis paphia an einem Waldrand auf der Schwäbischen Alb (Oberstetten), Juli 2009.

 

 

Weiterer männlicher A. paphia bei Regenwetter auf Dost ruhend, Schwäbische Alb (Oberstetten), Juli 2009.

 

 

Flügelunterseite von A. paphia auf der Schwäbischen Alb (Oberstetten), Juli 2009.

 

 

Kopula von A. paphia, links das Männchen, rechts das Weibchen, Oberschwaben (Altdorfer Wald, NSG Weißenbronnen), August 2010.

 

 

Dunkel gefärbte Aberration des Kaisermantels aus dem Tauberland (Edelfingen), Juli 2011.

 

 

Larve von A. paphia auf einer Sturmwurffläche im Albvorland (NSG Schaichtal), April 2009.

 

 

Schematische Verbreitung von A. paphia in Baden-Württemberg:

Dunkelblauer Bereich: Belegte Vorkommen

 

Apatura ilia, Argynnis niobe

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