Maculinea teleius (Heller Wiesenknopf-Ameisenbläuling) (Bergsträsser, 1779)
Verbreitung in Deutschland: Maculinea teleius ist noch in zahlreichen Bundesländern, außerhalb des äußersten Nordens, verbreitet. Jedoch ist die Art in fast allen Bundesländern vom Aussterben bedroht. Etwas besser ist die Situation nur noch in Rheinland-Pfalz und Bayern.
Verbreitung in Baden-Württemberg: Der Helle Wiesenknopf-Ameisenbläuling ist in Baden-Württemberg vor allem noch am mittleren und nördlichen Oberrhein anzutreffen. Daneben existieren vereinzelte und meist isolierte Populationen im Albvorland, in den Keuperwaldbergen sowie in Oberschwaben mit Bodenseebecken. Weitgehend frei von Besiedlung geblieben sind der Schwarzwald und die Schwäbische Alb.
Habitatansprüche: M. teleius besiedelt bevorzugt feuchte, magere Wiesen sowie Graben- und Moorränder. Hier ist die Art häufig vergesellschaftet mit M. nausithous anzutreffen. Im Gegensatz zu dieser häufigeren Art reagiert M. teleius empfindlicher auf das Brachfallen der Standorte und verschwindet aus mehrjährigen Brachen schneller. Deshalb ist sie noch mehr von einer entsprechenden Bewirtschaftung der Feuchtwiesen abhängig. Die Raupe ernährt sich anfangs von den Blütenköpfen des Großen Wiesenknopfs (Sanguisobra major). Auch diese Art wechselt im Spätsommer auf die Nester der Ameisenarten Myrmica scabrinodis und M. rubra über.
Gefährdung/Schutz: RL BW: Vom Aussterben bedroht. Der Helle Wiesenknopf-Ameisenbläuling ist in Baden-Württemberg vom Aussterben bedroht, da die allermeisten feuchten Talwiesen heutzutage intensiv bewirtschaftet werden und damit als Habitate nicht mehr in Frage kommen. Auch die Nutzungsaufgabe von Feuchtwiesen-Standorten kommt dieser Art nur kurzzeitig entgegen. Vor allem die wichtigste Wirtsameisenart M. scabrinodis scheint empfindlich auf ein Verbrachen der Habitate zu reagieren. Wiesen mit Vorkommen von M. teleius müssen deshalb extensiv bewirtschaftet und am besten einmal vor und einmal nach der Flug- und Entwicklungszeit der Larven in den Blütenköpfen gemäht werden.
Eignung als Indikatorart: M. teleius ist ein sehr guter Indikator für extensiv genutzte Feuchtwiesen.
Maculinea teleius auf einer extensiv genutzten Talwiese im Albvorland (Weil im Schönbuch), Juli 2009.

Weiterer M. teleius im Habitat im Albvorland (Weil im Schönbuch), Juli 2009.

Flügeloberseite des Hellen Wiesenknopf-Ameisenbläuling im Albvorland (Weil im Schönbuch), Juli 2009.

Kopula von M. teleius im Albvorland (Weil im Schönbuch), Juli 2009.

Extensiv genutzte Talwiese im Albvorland (Weil im Schönbuch), Habitat von M. teleius und M. nausithous.

Nordexponierte Hangwiese mit guten Wiesenknopf-Beständen im Albvorland (Weil im Schönbuch), ebenfalls Habitat von M. teleius und M. nausithous.

Schematische Verbreitung von M. teleius in Baden-Württemberg:
Dunkelblauer Bereich: Belegte Vorkommen
