Polyommatus damon (Weißdolch-Bläuling) (Denis & Schiffermüller, 1775)
Verbreitung in Deutschland: Polyommatus damon kommt innerhalb Deutschlands noch in vier Bundesländern (Niedersachsen, Thüringen, Bayern, Baden-Württemberg) vor. In jedem einzelnen Bundesland sowie in ganz Deutschland ist die Art vom Aussterben bedroht. Bereits ausgestorben ist der Weißdolch-Bläuling in Sachsen-Anhalt, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz.
Verbreitung in Baden-Württemberg: Der Weißdolch-Bläuling ist aktuell in seiner Verbreitung auf die Schwäbische Alb beschränkt. Diese wird jedoch bei weitem nicht flächendeckend besiedelt, sondern es existieren vereinzelte, meist isolierte Vorkommen von der Ostalb über die Mittlere Alb bis hin zur Baar-Alb. Alle anderen ehemaligen Vorkommen, die im Hegau, am Kaiserstuhl, im Heckengäu und im Tauberland existierten, sind meist schon seit recht langer Zeit erloschen.
Habitatansprüche: P. damon besiedelt offene, lückige und mit Esparsetten bestandene Kalk-Magerrasen. Derartige Habitate sind in heutiger Zeit extrem selten geworden, da die einzige Wirtspflanze Esparsette (Onobrychis viciifolia) durch zurückgehenden Anbau als Futter und durch Beweidungsunverträglichkeit nur noch selten in großen Beständen anzutreffen ist. Zudem müssen die Magerrasen ein warmes Mikroklima ohne Verfilzung aufweisen. Deshalb benötigen die letzten damon-Habitate eine sehr spezielle, auf diese Art abgestimmte Pflege.
Gefährdung/Schutz: RL BW: Vom Aussterben bedroht. Die oben erwähnte Kombination trocken-heißer, unverfilzter und esparsetten-reicher Magerrasen kann heutzutage nur durch ein aufwändiges Mahd-Management gewährleistet werden, das aktuell die letzten bekannten Vorkommen dieser Art in Baden-Württemberg erhält. Zahlreiche weitere Magerrasen bieten durch Nutzungsextensivierung (Verfilzung) aber auch durch intensivere Beweidung momentan keinen Lebensraum für den anspruchsvollen Weißdolch-Bläuling.
Eignung als Indikatorart: P. damon ist ein guter Indikator für offene, lückige, trocken-warme und esparsetten-reiche Kalkmagerrasen.
Polyommatus damon auf einem Kalk-Magerrasen auf der Schwäbischen Alb (Ringingen), Juli 2009.

Flügeloberseiten des Männchens von P. damon auf der Schwäbischen Alb (Ringingen), Juli 2011.

Flügelaußenseite des Männchens auf seiner Wirtspflanze Esparsette auf der Schwäbischen Alb (Ringingen), Juli 2011.

Flügelunterseite des Weibchens des Weißdolch-Bläulings auf der Schwäbischen Alb (Ringingen), Juli 2011.

Ein weiterer P. damon überdauert eine Regenphase auf seiner Wirtspflanze auf der Schwäbischen Alb (Ringingen), Juli 2011.

Lückiger, esparsettenreicher Halbtrockenrasen auf der Schwäbischen Alb (Ringingen) als Habitat von P. damon.

Schematische Verbreitung von P. damon in Baden-Württemberg:
Dunkelblauer Bereich: Belegte Vorkommen
Grauer Bereich: Ehemalige Vorkommen
