Satyrium acaciae (Kleiner Schlehen-Zipfelfalter) (Fabricius, 1787)

 

Verbreitung in Deutschland: Satyrium acaciae kann ausschließlich im südlichen Deutschland (Saarland, Hessen, Rheinland-Pfalz, Thüringen, Bayern, Baden-Württemberg) angetroffen werden. Während die Vorkommen in Hessen und in das Saarland nur randlich einstrahlen, ist die Art in Rheinland-Pfalz, Thüringen und Bayern weiter verbreitet, jedoch stark gefährdet. In Baden-Württemberg gilt sie als gefährdet.

Verbreitung in Baden-Württemberg: In Baden-Württemberg kommt der Kleine Schlehen-Zipfelfalter in mehreren disjunkten Teilarealen vor. Anzutreffen ist die Art etwa in der südlichen Oberrheinebene mit Kaiserstuhl, auf der mittleren und östlichen Schwäbischen Alb, im südlichen Kraichgau und im Tauberland. Daneben existieren mehrere kleine, meist isolierte Vorkommen in den Oberen Gäuen, im Albvorland und an den Talhängen von Kocher und Jagst.

Habitatansprüche: S. acaciae besiedelt bevorzugt xerotherme Hangbereiche wie Halbtrockenrasen, Steinriegel oder Weinbergsbrachen mit Vorkommen von besonnten Beständen der Schlehe (Prunus spinosa). Bereichsweise kann die Art auch in wärmegeprägten Nieder- und Mittelwäldern auftreten. Wichtig für die Art sind gut besonnte, häufig krüppelige Vorkommen der Schlehe an trockenheißen (häufig mit Gesteinsuntergrund) Standorten.

Gefährdung/Schutz: RL BW: Gefährdet. S. acaciae ist gefährdet durch die Aufgabe der Nutzung von Grenzertragsstandorten, die zu einer Verfilzung der Grasnarbe mit anschließender Sukzession und Verschattung führt. Hierdurch verliert die Art die für sie wichtigen exponiert stehenden Wirtspflanzen. Zum Schutz des Kleinen Schlehen-Zipfelfalters müssen Magerrasen weiter bewirtschaftet werden und Schlehen-Bestände regelmäßig zurück geschnitten bzw. durch Beweidung kurz gehalten werden.

Eignung als Indikatorart: S. acaciae ist ein guter Indikator für xerotherme, offene Südhänge mit trocken-heißem Mikroklima.

 

 

Satyrium acaciae auf einem Halbtrockenrasen im Tauberland (Tauberbischofsheim), Juli 2010.

 

 

Nochmals S. acaciae im Tauberland (Tauberbischofsheim), Juli 2010.

 

 

Schematische Verbreitung von S. acaciae in Baden-Württemberg:

Dunkelblauer Bereich: Belegte Vorkommen

 

Neozephyrus quercus, Satyrium ilicis                                                     

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