Polyommatus thersites (Esparsetten-Bläuling) (Cantener, 1834)

Verbreitung in Deutschland: Polyommatus thersites ist vor allem im südlichen Deutschland verbreitet, erreicht aber im Norden Niedersachsen. In zahlreichen Bundesländern (Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Hessen, Rheinland-Pfalz) ist die Art vom Aussterben bedroht, etwas häufiger wird sie in Bayern und Baden-Württemberg (Settele et al. 2005). Bundesweit gilt die Art aktuell als gefährdet (Reinhardt & Bolz 2011).

Verbreitung in Baden-Württemberg: Der Esparsetten-Bläuling ist rein äußerlich kaum von Polyommatus icarus zu trennen, weshalb noch immer Unklarheiten über die aktuelle Verbreitung der Art in Baden-Württemberg bestehen. Besiedelt werden das Tauberland, die Oberen Gäue (Heckengäu), das Albvorland (z.B. Spitzberg, Pfaffenberg), einige Magerrasen auf der Schwäbischen Alb, das Bodenseebecken, der Kaiserstuhl und weitere Bereiche der südlichen Oberrheinebene (Ebert & Rennwald 1991b). Im Tauberland konnten bei detaillierten Untersuchungen von 2013-2015 nur drei Vorkommen der Art nachgewiesen werden (Sanetra et al. 2015).

Habitatansprüche: P. thersites ist an das Vorkommen der Wirtspflanze Esparsette (Onobrychis viciifolia) gebunden. Man könnte also vermuten, dass die Art häufig vergesellschaftet mit dem Weißdolch-Bläuling (Polyommatus damon) vorkommt. Dies ist aktuell nur noch bereichsweise auf der Schwäbischen Alb der Fall, der Esparsetten-Bläuling kann dagegen weitere Regionen mit esparsetten-reichen Magerrasen besiedeln. Die Habitate sind meist schwach beweidete, jedoch auch lückige Magerrasen und -wiesen (Ebert & Rennwald 1991b). Im Tauberland werden schwachswüchsige, lückige und xerotherme Bereiche als Larvalhabitate bevorzugt (Sanetra et al. 2015).

Gefährdung/Schutz: RL BW: Gefährdet (Ebert et al. 2005). Die Verbreitung des Esparsetten-Bläulings ist auf wenige Regionen beschränkt und er ist meist nur selten anzutreffen, deshalb ist die Art in Baden-Württemberg gefährdet. Ähnlich wie für P. damon dürfen auch für P. thersites Magerrasen und -wiesen nur schwach beweidet werden, da bei einer intensiven Beweidung die Esparsette regelmäßig abgefressen wird. Bleibt die Beweidung jedoch komplett aus, führen Verfilzung und Sukzession zum Verschwinden der Wirtspflanze.

Eignung als Indikatorart: P. thersites kann als Indikator esparsetten-reicher, schwach beweideter, jedoch lückiger Magerrasen und -wiesen gelten.

Quellen für diese Seite:

Ebert, G. & E. Rennwald (Hrsg.) (1991b): Die Schmetterlinge Baden-Württembergs. Band 2, Tagfalter 2. Ulmer-Verlag (Stuttgart), 535 S.

Ebert, G., Hofmann, A., Meineke, J.-U., Steiner, A., R. trusch (2005): Rote Liste der Schmetterlinge (Macrolepidoptera) Baden-Württembergs (3. Fassung). In: Ebert, G. (Hrsg.): Die Schmetterlinge Baden-Württembergs. Band 10, Ergänzungsband. Ulmer-Verlag (Stuttgart), 110-133.

Reinhardt, R. & R. Bolz (2011): Rote Liste und Gesamtartenliste der Tagfalter (Rhopalocera) (Lepidoptera: Papilionoidea et Hesperioidea) Deutschlands. In: Bundesamt für Naturschutz (Hrsg.): Rote Liste gefährdeter Tiere, Pflanzen und Pilze Deutschlands - Band 3: Wirbellose Tiere (Teil 1). -  Naturschutz und Biologische Vielfalt 70 (3), 167-194.

Sanetra, M.; Güsten, R. & R. Trusch (2015): Neue Erkenntnisse zur Verbreitung und Lebensweise von myrmekophilen Bläulingen (Lepidoptera: Lycaenidae) im Tauberland und angrenzenden Regionen. - Carolinea 73: 29-81.

Settele, J., Steiner, R., Reinhardt, R. & R. Feldmann (2005): Schmetterlinge - Die Tagfalter Deutschlands. Ulmer Verlag (Stuttgart), 256 S.

 

Polyommatus thersites an einem Esparsetten-reichen Waldsaum im Albvorland (Oberndorf), Juli 2009.

 

Weiterer P. thersites an Esparsette saugend in den Oberen Gäuen (Rottenburg-Hemmendorf), Mai 2011.

 

Esparsettenreicher Magerrasen auf der Schwäbischen Alb (NSG Filsenberg), hier fliegt auch P. thersites.

 

Schematische Verbreitung von P. thersites in Baden-Württemberg:

Dunkelblauer Bereich: Belegte Vorkommen

Grauer Bereich: Ehemalige Vorkommen (letztes Nachweisdatum)

Schwarze Punkte: Eigene Nachweise Stand 2016

Hamearis lucina, Callophrys rubi, Thecla betulae, Favonius quercus, Satyrium acaciae, Satyrium ilicis, Satyrium w-album, Satyrium spini, Satyrium pruni, Lycaena helle, Lycaena phlaeas, Lycaena dispar, Lycaena virgaureae, Lycaena tityrus, Lycaena alciphron, Lycaena hippothoe, Cupido minimus, Cupido osiris, Cupido argiades, Celastrina argiolus, Pseudophilotes baton, Glaucopsyche alexis, Maculinea alcon, Maculinea rebeli, Maculinea arion, Maculinea teleius, Maculinea nausithous, Plebejus argus, Plebejus idas, Plebejus argyrognomon, Aricia agestis, Aricia artaxerxes, Eumedonia eumedon, Agriades optilete, Cyaniris semiargus, Polyommatus damon, Polyommatus dorylas, Polyommatus amandus, Polyommatus thersites, Polyommatus icarus, Polyommatus daphnis, Lysandra coridon, Lysandra bellargus                                                      

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