Libellula fulva (Spitzenfleck) (O.F. Müller, 1764)

 

Verbreitung in Deutschland: Libellula fulva kann in Deutschland bis in den Norden angetroffen werden. Verbreitungsschwerpunkte sind das Rheintal und Bereiche Ostdeutschlands (Sternberg & Buchwald 2000). Deutschlandweit gilt die Art als ungefährdet (Ott et al. 2015).

Verbreitung in Baden-Württemberg: Der Spitzenfleck besitzt in Baden-Württemberg zwei Verbreitungsschwerpunkte, die möglicherweise über das Hochrhein-Tal miteinander verbunden sind. In der Oberrheinebene ist L. fulva weit verbreitet und häufig anzutreffen, in Oberschwaben besiedelt die Art das Bodenseebecken und das Allgäu. Ein isoliertes Vorkommen existiert außerdem auf der Schwäbischen Alb an den Schmiechener Seen. Aus dem Albvorland und aus dem Kraichgau liegen Streufunde vor (Hunger et al. 2006).

Habitatansprüche: L. fulva besiedelt Gewässer mit offenem und temporärem Charakter. Dies sind die Altwasser des Rheins sowie Kiesgruben, Bach- und Grabensysteme. In Oberschwaben werden auch Teiche und Seen besiedelt (Sternberg & Buchwald 2000).

Gefährdung/Schutz: RL BW: Vorwarnliste (Hunger & Schiel 2006). Aktuell ist in den beiden Hauptverbreitungsgebieten kein Rückgang erkennbar. Gefährdungspotentiale existieren allerdings vor allem für die quelligen Wiesenbach- und Grabensysteme. Zum Schutz des Spitzenflecks sollten großflächige Feuchtgebietskomplexe erhalten und extensiv gepflegt werden.

Eignung als Indikatorart: L. fulva kann als Indikatorart für Graben- und Bachsysteme in extensiv genutzten Feuchtgebietskomplexen gelten.

Quellen für diese Seite:

Hunger, H. & F.-J. Schiel (2006): Rote Liste der Libellen Baden-Württembergs und der Naturräume, Stand November 2005 (Odonata). – Libellula Supplement 7: 3-14.

Hunger, H., F.-J. Schiel & B. Kunz (2006): Verbreitung und Phänologie der Libellen Baden-Württembergs (Odonata). – Libellula Supplement 7: 15-184.

Ott, J.; Conze, K.-J.; Günther, A.; Lohr, M.; Mauersberger, R.; Roland, H.-J. & F. Suhling (2015): Rote Liste und Gesamtartenliste der Libellen Deutschlands mit Analyse der Verantwortlichkeit, dritte Fassung, Stand Anfang 2012 (Odonata). - Libellula Supplement 14, 395-422.

Sternberg, K. & R. Buchwald (Hrsg.) (2000): Die Libellen Baden-Württembergs – Band 2, Großlibellen (Anisoptera). – Ulmer-Verlag (Stuttgart), 712 S.

 

 

Frisch geschlüpfte Libellula fulva in Oberschwaben (Ruschweiler), Mai 2009.

 

 

Schematische Verbreitung von L. fulva in Baden-Württemberg:

Dunkelblauer Bereich: Belegte Vorkommen

Schwarze Punkte: Eigene Nachweise

 

Libellula depressa, Libellula quadrimaculata                                

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