Chorthippus albomarginatus (Weißrandiger Grashüpfer) (De Geer, 1773)

 

Verbreitung in Deutschland: Chorthippus albomarginatus ist in ganz Deutschland verbreitet, war jedoch ursprünglich im Norden häufiger als im Süden. Durch seine Anpassungsfähigkeit und die Nutzung von Vielschnittwiesen befindet sich die Art momentan in Ausbreitung (Maas et al. 2002).

Verbreitung in Baden-Württemberg: Generell kann C. albomarginatus in fast ganz Baden-Württemberg angetroffen werden. Verbreitungs- und Ausbreitungszentren stellen hierbei das Bauland, die mittlere Oberrheinebene, der Nordschwarzwald, Schönbuch und Fildern, weite Bereiche Oberschwabens und das Bodenseebecken dar. Möglicherweise wurde die Art an zahlreichen weiteren Standorten bisher übersehen oder schlichtweg nicht kartiert (Detzel 1998).

Habitatansprüche: Die manchmal etwas verunglimpfend "Güllewiesen-Grashüpfer" genannte Art tritt meist auf frischen bis feuchten Wiesen auf. Diese sind meist recht intensiv genutzt, werden mehrfach im Jahr gemäht und bedüngt. Deutlich reduziert ist C. albomarginatus dagegen in Extensivgrünland. Deshalb kann der Weißrandige Grashüpfer als kulturbegünstigte Grünlandart gelten. Hierhin liegt wahrscheinlich auch die Ausbreitungstendenz der letzten Jahrzehnte begründet (Detzel 1998, Maas et al. 2002).

Gefährdung/Schutz: RL BW: Ungefährdet (Detzel 1998). Die zur Zeit expansive Art ist in Baden-Württemberg ungefährdet.

Eignung als Indikatorart: C. albomarginatus könnte als Negativ-Indikator für intensiv genutzte, frische bis feuchte Wiesenflächen dienen.

Quellen für diese Seite:

Detzel, P. (1998): Die Heuschrecken Baden-Württembergs. Eugen Ulmer (Stuttgart), 580 S.

Maas, S.; Detzel, P. & A. Staudt (2002): Gefährdungsanalyse der Heuschrecken Deutschlands - Verbreitungsatlas, Gefährdungseinstufung und Schutzkonzepte. Schriftreihe des Bundesamt für Naturschutz (BfN), Bonn - Bad Godesberg, 401 S.

 

 

Weibchen von Chorthippus albomarginatus im Bodenseebecken (Konstanz-Wollmatingen), September 2010.

 

 

Weiteres Weibchen des Weißrandigen Grashüpfers im Albvorland (Dettenhausen), Juli 2014.

 

 

Männchen von C. albomarginatus auf einer intensiv genutzten Feuchtwiese in Oberschwaben (Langnau), Juli 2014.

 

 

Habitat von C. albomarginatus im Albvorland (Dettenhausen), mäßig intensiv genutztes, feuchteres Grünland.

 

 

Weiteres Habitat des Weißrandigen Grashüpfers in Oberschwaben (Langnau), eine intensiv genutzte Feuchtwiese.

 

 

Schematische Verbreitung von C. albomarginatus in Baden-Württemberg:

Dunkelblauer Bereich: Belegte Vorkommen

Schwarze Punkte: Eigene Nachweise

 

Chorthippus mollis, Chorthippus dorsatus

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