Miramella alpina (Alpine Gebirgsschrecke) (Kollar, 1833)

 

Verbreitung in Deutschland: Miramella alpina ist ausschließlich in Bayern und Baden-Württemberg verbreitet. Hier besiedelt sie den Schwarzwald, das Alpenvorland und die Alpen (Maas et al. 2002).

Verbreitung in Baden-Württemberg: Die Alpine Gebirgsschrecke kommt in Baden-Württemberg in drei voneinander isolierten Populationen vor. Die meisten Vorkommen finden sich im südlichen und nördlichen Schwarzwald. Der mittlere Schwarzwald auf Höhe des Kinzigtales wird nicht besiedelt und trennt damit die Populationen des Süd- und Nordschwarzwaldes. Außerdem tritt M. alpina auf der Adelegg im südöstlichen Allgäu auf. Dieses Vorkommen setzt sich im bayerischen Alpenraum vor und ist somit als äußerster Vorposten der großen Alpenpopulationen zu deuten (Detzel 1998).

Habitatansprüche: Besiedelt werden primär kühl-feuchte Habitate, die häufig an Nordhängen lokalisiert sind. Hier kommen etwa diverse feuchte Wiesentypen, Niedermoore, Hochstaudenfluren, Ränder von Hochmooren, vernässende Nadelwälder (Missen) oder auch Waldschneisen als Habitat in Frage. Normalerweise finden sich Vorkommen von M. alpina erst ab etwa 500 m NN (Detzel 1998, Maas et al. 2002).

Gefährdung/Schutz: RL BW: Ungefährdet (Detzel 1998). Aufgrund der zahlreichen Vorkommen im Schwarzwald gilt M. alpina aktuell noch als ungefährdet. Sie ist jedoch auf das Vorhandensein von extensiv bewirtschafteten Feuchtwiesen sowie auf den Erhalt naturnaher Bach- und Quellbereiche und Offenstellen im Wald angewiesen. Derartige Habitate sind beständig rückläufig, da die Bewirtschaftung extensiv bewirtschafteter Wiesen häufig nicht mehr lohnenswert ist, deshalb die Nutzung komplett aufgegeben wird und die Flächen der Sukzession zum Opfer fallen. Außerdem entstehen bei Anwendung der heutigen Hochwaldnutzung kaum Waldschneisen und lichte Waldbereiche.

Eignung als Indikatorart: M. alpina kann als Indikator für (hoch-)montane extensiv genutzte Feuchtwiesen, Niedermoore und bachbegleitende Strukturen gelten.

Quellen für diese Seite:

Detzel, P. (1998): Die Heuschrecken Baden-Württembergs. Eugen Ulmer (Stuttgart), 580 S.

Maas, S.; Detzel, P. & A. Staudt (2002): Gefährdungsanalyse der Heuschrecken Deutschlands - Verbreitungsatlas, Gefährdungseinstufung und Schutzkonzepte. Schriftreihe des Bundesamt für Naturschutz (BfN), Bonn - Bad Godesberg, 401 S.

 

 

Pärchen von Miramella alpina im Nordschwarzwald (Kaltenbronn), August 2008.

 

 

Kopula von M. alpina aus dem Südschwarzwald (Vöhrenbach), Juli 2011.

 

 

Larve von M. alpina von der Adelegg, Juli 2013.

 

 

Aufsicht auf eine männliche Larve der Alpinen Gebirgsschrecke auf der Adelegg (Eisenbach), Juni 2017.

 

 

Junge Larve der Alpinen Gebirgsschrecke von der Adelegg, Mai 2017.

 

 

Magere Feuchtwiese im Südschwarzwald (Vöhrenbach), hier kommt auch M. alpina vor.

 

 

Habitat der Alpinen Gebirgsschrecke auf der Adelegg, ein hochstaudenreicher Tobeleinschnitt.

 

 

Habitat der Alpinen Gebirgsschrecke auf der Adelegg (Eisenbach); bachbegleitende Hochstaudenfluren ehemals rinderbeweideter Flächen.

 

 

Schematische Verbreitung von M. alpina in Baden-Württemberg:

Dunkelblauer Bereich: Belegte Vorkommen

Schwarze Punkte: Eigene Nachweise Stand 2017

 

Podisma pedestris, Calliptamus italicus

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