Omocestus haemorrhoidalis (Rotleibiger Grashüpfer) (Charpentier, 1825)
Verbreitung in Deutschland: Omocestus haemorrhoidalis ist in ganz Deutschland verbreitet und recht gleichmäßig verteilt.
Verbreitung in Baden-Württemberg: Die Art ist aktuell in Baden-Württemberg nur noch sehr verstreut verbreitet. Größere Vorkommen existieren vor allem auf der Ostalb mit vorgelagertem Albvorland (Ipf und Umgebung), im Südschwarzwald sowie am südlichen und nördlichen Oberrhein. Daneben ist O. haemorrhoidalis wahrscheinlich reliktär an wenigen, isolierten Einzelstandorten zu finden so im Mittleren Schwarzwald, im Mittleren Albvorland oder auf der Hohen Schwabenalb. Das ehemalige Vorkommen im Kochhartgraben bei Tübingen (Reusten) ist aufgrund von Lebensraumverlusten leider erloschen.
Habitatansprüche: O. haemorrhoidalis beisedelt vor allem kurzrasige, xerotherme und lückige Magerrasen. Auf der Schwäbischen Alb sind dies häufig schafbeweidete Kalkmagerrasen, im Südschwarzwald von Rindern beweidete Borstgrasrasen und in der Oberrheinebene Binnendünen, Sandrasen und Silbergrasfluren. Möglicherweise kam die Art früher auch in lichten Nieder- und Mittelwäldern vor.
Gefährdung/Schutz: RL BW: Stark gefährdet. Der Rotleibige Grashüpfer ist in Baden-Württemberg stark gefährdet, da sowohl die Wanderschäferei als auch die Viehhaltung auf den Weidfeldern des Südschwarzwaldes mehr und mehr unrentabel werden und in der Folge aufgegeben werden. O. haemorrhoidalis verschwindet schon bei leichter Verfilzung der Grasnarbe und ist zudem wenig ausbreitungsstark. Zum Erhalt der Art müssen großflächig miteinander in Verbindung stehende Magerrasenkomplexe und Weidfelder entsprechend beweidet werden, um eine kurzrasige Vegetationsstruktur zu gewährleisten. In einigen Naturschutzgebieten wurde zudem aus Unwissenheit oder zum Schutz von Orchideen die Beweidungsintensität herab gesetzt, was anschließend zum Erlöschen von Populationen von O. haemorrhoidalis und zur Gefährdung zahlreicher weiterer Arten führte. Auf kurzrasige, recht intensiv beweidete Magerrasen sind viele sehr stark gefährdete Arten angewiesen, so etwa Stenobothrus stigmaticus, Stenobothrus nigromaculatus, Myrmeleotettix maculatus und zahlreiche Schmetterlingsarten (Chazara briseis, Hipparchia semele, Maculinea arion, Pyrgus alveus, Pyrgus cirsii, Pyrgus armoricanus).
Eignung als Indikatorart: O. haemorrhoidalis ist ein sehr guter Indikator für kurzrasige, regelmäßig beweidete und recht lückige Magerrasen (Kalkmagerrasen, Borstgrasrasen, Sandrasen)
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Weibchen von Omocestus haemorrhoidalis auf einem kurzrasigen Magerrasen auf der Ostalb (NSG Eselsburger Tal), August 2010.

Habitat von O. haemorrhoidalis im östlichen Albvorland (NSG Ipf).

Habitat auf der Ostalb (NSG Eselsburger Tal).

Schematische Verbreitung von O. haemorrhoidalis in Baden-Württemberg:
Dunkelblauer Bereich: Belegte Vorkommen

Euthystira brachyptera, Omocestus viridulus, Stenobothrus lineatus