Stethophyma grossum (Sumpfschrecke) (Linnaeus, 1758)

 

Verbreitung in Deutschland: Stethophyma grossum ist in ganz Deutschland verbreitet, ohne dass Vorkommensschwerpunkte erkennbar wären.

Verbreitung in Baden-Württemberg: Prinzipiell kann die Sumpfschrecke außerhalb der Schwäbischen Alb in allen Naturräumen in allerdings stark wechselnder Häufigkeit angetroffen werden. Verbreitungszentren sind hierbei das Bodenseebecken, Oberschwaben und der südliche Schwarzwald. Selten oder stark rückläufig sind dagegen die Populationen in der Oberrheinebene, im Kraichgau, in den Oberen Gäuen, im Albvorland und im Tauberland. Im Schönbuch ist allerdings seit einigen Jahren ein Aufwärtstrend und eine (Wieder-)Ausbreitung der fast erloschenen Populationen erkennbar.

Habitatansprüche: S. grossum ist eine hygrophile Art, die bevorzugt in Feucht- und Nasswiesen sowie in Seggenrieden und an Grabenrändern zu finden ist. Wichtig für die Art ist, dass die Wiesen wenig gedüngt, aber regelmäßig gemäht werden, damit die Grasnarbe nicht zu sehr verfilzt.

Gefährdung/Schutz: RL BW: Stark gefährdet. Extensiv genutzte Feuchtwiesen sind in Baden-Württemberg immer noch stark rückläufig, da ihre Nutzung häufig intensiviert oder aufgegeben wird. Trockenlegung ist ein weiteres regelmäßig auftretendes Problem. Feuchtwiesenkomplexe sollten daher in ausreichendem Maße erhalten und der Sumpfschrecke durch alternierende Mahd die Chance gegeben werden in sich in ungemähte Bereiche zurück zu ziehen.

Eignung als Indikatorart: S. grossum ist ein sehr guter Indikator für extensiv genutzte Feuchtwiesen.

 

 

Weibchen von Stethophyma grossum im Bodenseebecken (Konstanz), Juli 2010.

 

 

Weiteres Weibchen von S. grossum in einem Seggenried am Rande eines Gewässers im Bodenseebecken (Konstanz), September 2010.

 

 

Noch ein Weibchen der Sumpfschrecke aus den Oberen Gäuen (Warmbronn), August 2011.

 

 

Männchen von S. grossum auf einer Streuwiese in Oberschwaben (Laimnau), Juli 2011.

 

 

Habitat der Sumpfschrecke auf der Adelegg; eine grundwassernahe Feuchtwiese im Tal.

 

 

Weiteres Habitat von S. grossum in Oberschwaben (Laimnau), eine extensiv genutzte, mit Gräben durchzogene Streuwiese.

 

 

Habitat von S. grossum aus den Oberen Gäuen (Warmbronn), eine extensiv genutzte Feuchtwiese unter einer Hochstromleitung.

 

 

Weiteres Habitat im Schwurwald (Urbach), eine recht kleinräumige Feuchtwiese in der Talaue.

 

 

Schematische Verbreitung von S. grossum in Baden-Württemberg:

Dunkelblauer Bereich: Belegte Vorkommen

 

Parapleurus alliaceus, Psophus stridulus

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