Podisma pedestris (Gewöhnliche Gebirgsschrecke) (Linnaeus, 1758)

 

Verbreitung in Deutschland: Ehemals war Podisma pedestris innerhalb Deutschlands in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Baden-Württemberg und Bayern verbreitet. Aktuell nachgewiesen ist die Art noch von der Schwäbischen Alb (Baden-Württemberg), in Mittelfranken und im bayerischen Alpenraum (Bayern). Als ausgestorben gilt die Art dagegen im Fichtelgebirge und im Bayerischen Wald (Bayern).

Verbreitung in Baden-Württemberg: Der erste Nachweis von P. pedestris aus Baden-Württemberg gelang in den 1920er-Jahren. Danach galt die Art lange Zeit als verschollen bis sie in den 1990er-Jahren wieder entdeckt wurde. Die Nachweise beschränken sich auf wenige Stellen im Oberen Donautal.

Habitatansprüche: P. pedestris besiedelt im Oberen Donautal potentiell dauerhaft waldfreie Felskuppen. Neben Halbtrockenrasen und xerothermen Gehölzsäumen wechseln sich Felskuppen, Felswände und Geröllhalden ab. Die Tiere halten sich bevorzugt in von Felsen durchsetzten Halbtrockenrasen und in vegetationsarmen Pionierfluren auf.

Gefährdung/Schutz: RL BW: Vom Aussterben bedroht. Die wenigen voneinander isolierten Vorkommen im Oberen Donautal sind akut vom Aussterben bedroht. Meist sind nur noch sehr individuenarme Bestände vorhanden, die durch aufkommendes Gehölz und Verfilzung der Magerrasen auf immer kleinere Restflächen zurück gedrängt werden. Um die letzten Bestände von P. pedestris in Baden-Württemberg noch zu retten, müssen umgehend weitreichende Pflegemaßnahmen eingeleitet werden. Das alleinige Ausschlagen von beschattendem Sukzessionsgehölz kann der Art zwar über einen gewissen Zeitraum neuen Lebensraum bieten, um P. pedestris jedoch längerfristig zu erhalten sind umfangreichere Maßnahmen notwendig. Die Wiederaufnahme einer Nieder- und Mittelwaldpflege in den umgebenden Waldgebieten und eine Verknüpfung der bestehenden Habitate müssen dabei oberste Priorität haben. Eine Vermeidung des Abschusses des dort ebenfalls vorkommenden Gamswildes könnte ebenfalls zu einer längerfristigen Offenhaltung der Felskuppen durch den entstehenden Wildverbiss beitragen.

Eignung als Indikatorart: P. pedestris ist in Baden-Württemberg ein sehr guter Indikator für vegetationsarme, felsige Pioniervegetation.

 

 

Weibchen von Podisma pedestris im Oberen Donautal (Thiergarten), September 2010.

 

 

Aufsicht auf das Weibchen von P. pedestris in Südfrankreich (Mont Ventoux), August 2010.

 

 

Ein weiteres Weibchen aus Südfrankreich (Mont Ventoux), August 2010.

 

 

Männchen von P. pedestris im Oberen Donautal (Thiergarten), September 2010.

 

 

Aufsicht auf das Männchen in Südfrankreich (Mont Ventoux), August 2010.

 

 

Typischer Einblick in das Obere Donautal und in den Lebensraum von Podisma pedestris.

 

 

Ein weiteres Habitat im Oberen Donautal (Thiergarten).

 

 

Mikrohabitat von P. pedestris im Oberen Donautal, an derart strukturierten Stellen halten sich die Tiere bevorzugt auf.

 

 

Eine der wenigen größeren Freiflächen, die im Oberen Donautal noch bestehen. Sie stellen die letzten bestandserhaltenden Habitate für P. pedestris in Baden-Württemberg dar.

 

 

Auch Felswände und Felsbänder werden von P. pedestris besiedelt und stellen ein wichtiges Element im besiedelten Lebensraum dar.

 

 

Lebensraum von P. pedestris in Südfrankreich (Mont Ventoux).

 

 

Schematische Verbreitung von P. pedestris in Baden-Württemberg:

Dunkelblauer Bereich: Belegte Vorkommen

 

Tetrix bipunctata, Miramella alpina

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