Ephippiger (ephippiger) diurnus (Steppen-Sattelschrecke) (Fiebig, 1784)

 

Verbreitung in Deutschland: Ephippiger diurnus war in Deutschland ausschließlich in Hessen, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg verbreitet. Die größten Populationen bestehen aktuell in Rheinland-Pfalz, wo die Art die warmen Flusstäler von Nahe und Mosel besiedelt. Die Vorkommen in Hessen (Rhein-Main-Gebiet) sind wohl ebenso wie diejenigen in Baden-Württemberg erloschen (Maas et al. 2002).

Verbreitung in Baden-Württemberg: Die Steppen-Sattelschrecke kam früher am Südlichen Oberrhein vor, von wo sie aus französischem Gebiet im Elsaß auch noch aktuell nachgewiesen ist. Die letzten Nachweise in Baden-Württemberg gelangen in den 1960er-Jahren am Isteiner Klotz (Detzel 1998).

Habitatansprüche: Die in Mitteleuropa extrem thermophile E. diurnus kam in Baden-Württemberg ausschließlich in reich strukturierten Lebensräumen der wärmsten Lagen vor. Zu den besiedelten Habitaten zählten etwa versaumte Halbtrockenrasen, Weinbergsbrachen und trocken-warme Gebüschsäume (Detzel 1998, Maas et al. 2002).

Gefährdung/Schutz: RL BW: Ausgestorben (Detzel 1998). E. diurnus litt wahrscheinlich sehr unter der Intensivierung des Weinbaus (Spritzmittel, Mechanisierung, Flurbereinigung) einerseits sowie unter der Nutzungsaufgabe und Verbrachung andererseits. Die recht immobile Art benötigt größere, strukturreiche Lebensraumkomplexe, die durch Offenhaltung der Halbtrockenrasen und eine Extensivierung des Weinbaus geschaffen werden könnten.

Eignung als Indikatorart: In Mitteleuropa kann E. diurnus als guter Indikator für warme Regionalklimate sowie für strukturreiche, extensiv bewirtschaftete Halbtrockenrasen und Weinberge gelten.

Quellen für diese Seite:

Detzel, P. (1998): Die Heuschrecken Baden-Württembergs. Eugen Ulmer (Stuttgart), 580 S.

Maas, S.; Detzel, P. & A. Staudt (2002): Gefährdungsanalyse der Heuschrecken Deutschlands - Verbreitungsatlas, Gefährdungseinstufung und Schutzkonzepte. Schriftreihe des Bundesamt für Naturschutz (BfN), Bonn - Bad Godesberg, 401 S.

 

 

Weibchen einer Ephippiger-Art, möglicherweise E. diurnus, aus der Hâute Provence in Süd-Frankreich, August 2010.

 

 

Ein weiteres Weibchen aus der Hâute Provence am selben Fundort wie obige Art, September 2009.

 

 

Schematische Verbreitung von E. diurnus in Baden-Württemberg:

Grauer Bereich: Ehemaliges Vorkommen

 

Pholidoptera griseoaptera, Acheta domesticus, Gryllus campestris

Übersicht