Polysarcus denticauda (Wanstschrecke) (Charpentier, 1825)
Verbreitung in Deutschland: Die südeuropäisch und ponto-pannonisch verbreitete Wanstschrecke ist in Deutschland auf den Süden beschränkt. Hier tritt sie in den Mittelgebirgen Thüringens (z.B. Rhön), Bayerns (Allgäuer Alpen) und Baden-Württembergs (Schwäbische Alb) auf.
Verbreitung in Baden-Württemberg: Es werden primär die Schwäbische Alb und deren Randbereiche (Teile des Albvorlandes, der Oberen Gäue, des Hegaus und der Baar-Alb) besiedelt. Im östlichen Bereich der Schwäbischen Alb fehlt die Art. Die ehemaligen Vorkommen im Neckartal bei Tübingen sind wahrscheinlich erloschen.
Habitatansprüche: Polysarcus denticauda benötigt magere, meist ungedüngte Glatthaferwiesen und Magerrasenkomplexe. Wichtig ist weiterhin eine extensive Nutzung, bei der der erste Mahdtermin nicht vor Mitte Juli stattfindet. Ebenso reagiert die Art empfindlich auf starke Verfilzung und anschließende Sukzession.
Gefährdung/Schutz: RL BW: 3 (!). Die Wanstschrecke ist in Baden-Württemberg aufgrund der Aufgabe extensiver und kleinparzellierter Wiesennutzung gefährdet. Vielfach wird die Nutzung entsprechender Habitate intensiviert oder aber aufgegeben. Um diese immobile Art wirksam zu schützen, müssen großflächig geeignete Habitate miteinander in Verbindung stehen und sowohl Mahdtermine als auch Düngung auf diese abgestimmt werden.
Eignung als Indikatorart: P. denticauda ist ein hervorragender Indikator für magere, extensiv genutzte Glatthaferwiesen. Für Halbtrockenrasen hat die Art einen nur mäßig hohen Indikatorwert, da hier meist andere Schutz- und Pflegeziele im Vordergrund stehen.
Weibchen von Polysarcus denticauda auf der Baar-Alb (Löffingen), Juli 2010.

Männchen im Verbreitungszentrum der Westalb (Mahlstetten), Juli 2010.

Beeindruckendes Weibchen der Wanstschrecke auf der Hand auf der Westalb (Messstetten-Tieringen), Juli 2010.

Männchen von P. denticauda an einer südexponierten Hangrutschung am Albtrauf (Jungingen), Juli 2011.

Schematische Verbreitung von P. denticauda in Baden-Württemberg:
Dunkelblauer Bereich: Belegte Vorkommen
Schwarze Waben: Eigene Nachweise im jeweiligen TK-Blatt
