Platycleis albopunctata (Westliche Beißschrecke) (Goeze, 1778)
Verbreitung in Deutschland: Platycleis albopunctata erreicht im Norden Deutschlands (Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen) ihre nördliche Arealgrenze. Hier ist die Art entweder schon erloschen oder sehr selten, ihr Verbreitungsschwerpunkt liegt eindeutig im wärmeren Süden Deutschlands.
Verbreitung in Baden-Württemberg: Die Westliche Beißschrecke fehlt nur in Oberschwaben und auf der Adelegg ganz. Ihre Verbreitungsschwerpunkte liegen in wärmebegünstigten und an trockenen Magerrasen reichen Naturräumen wie der Oberrheinebene, dem Kraichgau, dem Tauberland oder den nördlichen Oberen Gäuen. P. albopunctata ist jedoch auch in kühleren Klimaten in geeigneten Habitaten verbreitet, so im Südschwarzwald oder auf der Schwäbischen Alb.
Habitatansprüche: P. albopunctata besiedelt trockene Magerrasen, Weinberge, Wegböschungen, Steinbrüche und Ruderalfluren. Für das Vorkommen der Art entscheidend sind jedoch vor allem Offenbodenstellen. So fehlt die Art weitgehend in Magerrasen und Magerwiesen mit geschlossener Vegetationsdecke.
Gefährdung/Schutz: RL BW: Gefährdet. Zwar existieren in einigen Regionen Baden-Württembergs noch große Populationen der Westlichen Beißschrecke in Metapopulationen, doch werden ihre bevorzugten Habitate, lückige Magerrasen, immer seltener. Häufig sind Nutzungsaufgabe dieser Grenzertragsstandorte mit nachfolgender Sukzession die Ursache, außerdem verschwinden in zunehmendem Maße lückige Brachestrukturen am Rande von Äckern oder in den Weinbergen. Zum Schutz von P. albopunctata müssen Magerrasen regelmäßig beweidet, möglichst offen und frei von Gehölzen gehalten werden.
Eignung als Indikatorart: P. albopunctata ist ein guter Indikator für lückige, an Offenbodenstellen reiche Halbtrockenrasen sowie für strukturreiches, mageres Kulturland.
Männchen von Platycleis albopunctata am Schönbuch-Südwesthang im Albvorland (Unterjseingen), Juli 2007.

Weibchen von P. albopunctata auf einem Magerrasen in den Oberen Gäuen (Horb), August 2009.

Weibchen von P. albopunctata am Schönbuch-Südwesthang (Unterjesingen) mit untypischer Grünfärbung, Juli 2007.

Weibliche Larve von P. albopunctata auf einem lückigen Magerrasen im Albvorland (Reusten), Juni 2009.

Typisches Habitat von P. albopunctata im Jagsttal (Dörzbach), ein lückiger Halbtrockenrasen mit Offenbodenanteilen.

Schematische Verbreitung von P. albopunctata in Baden-Württemberg:
Dunkelblauer Bereich: Belegte Vorkommen

Decticus verrucivorus, Platycleis tessellata, Metrioptera bicolor