Myrmeleotettix maculatus (Gefleckte Keulenschrecke) (Thunberg, 1815)

 

Verbreitung in Deutschland: Myrmeleotettix maculatus ist in Deutschland in allen Bundesländern verbreitet. Häufig kommt die Art beispielsweise im Dünenbereich von Nord- und Ostsee oder in den norddeutschen Heidegebieten vor (Maas et al. 2002).

Verbreitung in Baden-Württemberg: Die Gefleckte Keulenschrecke ist zerstreut in Baden-Württemberg verbreitet. Vorkommen bestehen in der nördlichen und südlichen Oberrheinebene, im westlichen und südlichen Schwarzwald, auf der Schwäbischen Alb und in Oberschwaben. Daneben sind noch vereinzelte Vorkommen aus der Kocher-Jagst-Region und aus dem Tauberland gemeldet (Detzel 1998).

Habitatansprüche: M. maculatus hat sehr spezifische Habitatansprüche. Sie kommt vornehmlich auf besonnten, kalk- und vegetationsarmen Böden vor. Besiedelt werden Binnendünen, Sandrasen und Schotterflächen der Oberrheinebene, Calluna-Heiden im Schwarzwald, lückige, oberflächig versauerte Magerrasen auf der Schwäbischen Alb, degenerierte, trockene Hochmoorbereiche in Oberschwaben sowie lichte Hude- bzw. Nieder- oder Mittelwälder (Detzel 1998, Maas et al. 2002).

Gefährdung/Schutz: RL BW: Gefährdet (Detzel 1998). M. maculatus ist in Baden-Württemberg gefährdet, da zahlreiche Lebensräume zuwachsen und von Sukzession übermannt werden. Dies trifft sowohl auf viele kleinere Sandgruben in der nördlichen Oberrheinebene, auf die Zwergstrauchheiden im Schwarzwald als auch auf die Hochmoorbereiche Oberschwabens zu. Zudem ist die Art aufgrund der Nutzungsaufgabe von Grenzertragsstandorten (mangelnde Beweidung) auch auf den wenigen besiedelten Magerrasen der Schwäbischen Alb rückläufig.

Eignung als Indikatorart: M. maculatus ist eine Indikatorart für offene, lückige Binnendünen und Calluna-Heiden sowie für regelmäßig schafbeweidete Wacholderheiden mit besonderen (versauerten) Standorteigenschaften. Außerdem kann die Art als Indikator intakter Nieder- und Mittelwälder dienen. Für Hochmoore hat M. maculatus eher eine negative Indikatorqualität, da verheidete, trockene Bereiche nicht das Entwicklungsziel eines intakten Hochmoorkomplexes darstellen.

Quellen für diese Seite:

Detzel, P. (1998): Die Heuschrecken Baden-Württembergs. Eugen Ulmer (Stuttgart), 580 S.

Maas, S.; Detzel, P. & A. Staudt (2002): Gefährdungsanalyse der Heuschrecken Deutschlands - Verbreitungsatlas, Gefährdungseinstufung und Schutzkonzepte. Schriftreihe des Bundesamt für Naturschutz (BfN), Bonn - Bad Godesberg, 401 S.

 

 

Die Gefleckte Keulenschrecke mitten im Stadtgebiet von Karlsruhe im NSG Alter Flugplatz, September 2013.

 

 

Weiteres Männchen von M. maculatus am nördlichen Oberrhein, September 2013.

 

 

 

Charakteristisch gefärbtes Männchen der Gefleckten Keulenschrecke am nördlichen Oberrhein (Linkenheim-Hochstetten), Oktober 2014.

 

 

Weibchen von M. maculatus auf einer Binnendüne in der nördlichen Oberrheinebene (Sandhausen), September 2010.

 

 

Weibchen von M. maculatus am nördlichen Oberrhein (Karlsruhe), September 2013.

 

 

Aufsicht auf die Gefleckte Keulenschrecke aus dem Südschwarzwald (Belchen), Oktober 2016.

 

 

Balzendes Pärchen der Gefleckten Keulenschrecke am nördlichen Oberrhein (Linkenheim-Hochstetten), Oktober 2014.

 

 

Habitat von M. maculatus auf der Ostalb (NSG Eselsburger Tal).

 

 

Habitat von M. maculatus auf der Mittleren Schwäbischen Alb (Ingstetten); ein lückiger, an Offenbodenstellen reicher Halbtrockenrasen.

 

 

Weiteres Habitat der Gefleckten Keulenschrecke im Östlichen Albvorland (Bopfingen); scharf beweideter Halbtrockenrasen mit ehemaligen Steinbruchbereichen.

 

 

Habitat der Gefleckten Keulenschrecke in Oberschwaben (Vogt), verheidetes Hochmoor mit Offenbodenstellen.

 

 

Binnendüne in der nördlichen Oberrheinebene, Habitat von M. maculatus.

 

 

Weiteres Habitat in der nördlichen Oberrheinebene (NSG Sandhausener Binnendüne).

 

 

Mikrohabitat der Gefleckten Keulenschrecke im Südschwarzwald (Belchen), eine lückige Calluna-Heide mit Offenbodenstellen.

 

 

Schematische Verbreitung von M. maculatus in Baden-Württemberg:

Dunkelblauer Bereich: Belegte Vorkommen

Schwarze Punkte: Eigene Nachweise Stand 2017

 

Gomphocerippus rufus, Stauroderus scalaris

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