Parapleurus alliaceus (Lauchschrecke) (Germar, 1817)
Verbreitung in Deutschland: Parapleurus alliaceus ist in Deutschland auf die südlichen Bundesländer beschränkt. So kommt die Art in Rheinland-Pfalz, Hessen, Bayern und Baden-Württemberg vor.
Verbreitung in Baden-Württemberg: Besiedelt wird die gesamte Oberrheinebene und das Bodenseebecken, über das Hochrheingebiet stehen diese beiden Verbreitungsschwerpunkte miteinander in Verbindung. Die Populationen der Oberrheinebene und des Bodenseebeckens gehören zu den bedeutendsten der Art in ganz Deutschland, weshalb das Land Baden-Württemberg eine besondere Verantwortung zum Schutz der Lauchschrecke trägt. Das Verbreitungsbild von P. alliaceus zeigt außerdem eindeutig eine Präferenz für wärmegeprägte Großklimate auf. Aktuell ist außerdem eine wohl klimabedingte Ausbreitung der Art in angrenzende Naturräume (Hegau, Baar-Wutach-Gebiet) zu beobachten.
Habitatansprüche: P. alliaceus bevorzugt frische bis feuchte Mähwiesen. Seltener ist die Art auch in trockeneren Habitaten wie Glatthaferwiesen, Halbtrockenrasen oder Ruderalflächen zu finden. Charakteristisch ist die Lauchschrecke für die extensiv bewirtschafteten Pfeifengraswiesen des Bodenseebeckens.
Gefährdung/Schutz: RL BW: Vorwarnliste. P. alliaceus steht in Baden-Württemberg auf der Vorwarnliste, weil extensiv genutzte Mähwiesen beständig zurückgehen. Sowohl die Nutzungsaufgabe derartiger Grenzertragsstandorte als auch die Umwandlung in Intensivgrünland mit mehrmaliger Mahd bedrohen die Art. Förderlich sind eine kleinparzellierte Bewirtschaftung, eine alternierende Mahd und der Verzicht auf Flüssigdünger.
Eignung als Indikatorart: P.alliaceus kann als Indikator für extensiv genutzte frische bis feuchte Mähwiesen, allerdings nur in wärmegeprägten Regionen, gelten.
Männchen von Parapleurus alliaceus auf einem Halbtrockenrasen im Baar-Wutach-Gebiet (Bonndorf), Oktober 2010.

Weibchen von P. alliaceus auf einer Magerwiese im Hegau (Welschingen), September 2010.

Recht frisch gehäutetes Weibchen von P. alliaceus im Baar-Wutach-Gebiet (Untermettingen), September 2010.

Schematische Verbreitung von P. alliaceus in Baden-Württemberg:
Dunkelblauer Bereich: Belegte Vorkommen
