Metrioptera bicolor (Zweifarbige Beißschrecke) (Philippi, 1830)

 

Verbreitung in Deutschland: Auch diese Art ist im warmen Süden Deutschlands deutlich häufiger als im Norden, wo sie etwa in Niedersachsen oder Bremen fehlt (Maas et al. 2002).

Verbreitung in Baden-Württemberg: Metrioptera bicolor besiedelt bevorzugt die warmen Naturräume Baden-Württembergs, ist aber genauso auf den Magerrasen der Schwäbischen Alb und den Weidfeldern des Südschwarzwaldes zu finden. Keine Nachweise bestehen aus Oberschwaben außerhalb des Bodenseebeckens, nur sehr wenige aus den Keuper-Waldbergen und überraschenderweise auch aus dem Kraichgau (Detzel 1998).

Habitatansprüche: Die Zweifarbige Beißschrecke besiedelt vor allem höherwüchsige Magerrasen, Magerwiesen und deren Versaumungsstadien. Die Art ist deutlich reduziert auf intensiver bewirtschaftetem Grünland und auf sehr lückigen, vegetationsarmen Halbtrocken- und Trockenrasen (Detzel 1998).

Gefährdung/Schutz: RL BW: Ungefährdet (Detzel 1998). Auch für diese Art ist eine Aufrechterhaltung extensiver Bewirtschaftungsweisen wie Schafbeweidung oder einmaliger Mahd essentiell. Bei zunehmender Verbuschung und Sukzession verschwindet auch sie ebenso wie bei intensiver Nutzung.

Eignung als Indikatorart: M. bicolor ist ein guter Indikator für extensiv genutzte Halbtrockenrasen und Magerwiesen.

Quellen für diese Seite:

Detzel, P. (1998): Die Heuschrecken Baden-Württembergs. Eugen Ulmer (Stuttgart), 580 S.

Maas, S.; Detzel, P. & A. Staudt (2002): Gefährdungsanalyse der Heuschrecken Deutschlands - Verbreitungsatlas, Gefährdungseinstufung und Schutzkonzepte. Schriftreihe des Bundesamt für Naturschutz (BfN), Bonn - Bad Godesberg, 401 S.

 

 

Männchen von Metrioptera bicolor auf der Schwäbischen Alb (Rossberg, Gönningen), Juli 2009.

 

 

Langflügeliges Männchen der Zweifarbigen Beißschrecke auf der Schwäbischen Alb (Frankenhofen), Juli 2014.

 

 

Habitat der Zweifarbigen Beißschrecke in Oberschwaben (Sipplingen), ein versaumter Halbtrockenrasen.

 

 

Weiteres Habitat der Zweifarbigen Beißschrecke in Oberschwaben (Owingen), ein beweideter Drumlin mit Halbtrockenrasen-Elementen.

 

 

Weiteres Habitat auf der Schwäbischen Alb (Öschingen), ein langgrasiger Halbtrockenrasen.

 

 

Kleinflächige Magerbrache inmitten von intensiv genutztem Grünland als Habitat von M. bicolor auf der Schwäbischen Alb (Frankenhofen).

 

 

Schematische Verbreitung von M. bicolor in Baden-Württemberg:

Dunkelblauer Bereich: Belegte Vorkommen

Grauer Bereich: Nur Einzelvorkommen bekannt

Schwarze Punkte: Eigene Nachweise

 

Metrioptera roeselii, Metrioptera brachyptera

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